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Wichtige Themen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes immer noch weitgehend unbekannt

Fragt man Verbraucherinnen und Verbraucher nach den aus ihrer Sicht größten gesundheitlichen Risiken, so sind dies nach wie vor Rauchen, Klima- bzw. Umweltbelastung, ungesunde oder falsche Ernährung sowie Alkohol. Erst danach werden auch ungesunde oder belastete Lebensmittel sowie mögliche Probleme genannt, die sich durch die Landwirtschaft ergeben können. Ein Thema, dem aus wissenschaftlicher Sicht von Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird, ist die Lebensmittelhygiene zu Hause.

Als repräsentative Befragung von über 1.000 Personen liefert der BfR-Verbrauchermonitor in halbjährlichem Abstand Antworten auf die Frage, wie die Bevölkerung Themen aus dem Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes wahrnimmt.

Wie schon im Vorjahr sehen Verbraucherinnen und Verbraucher Rauchen als größtes gesundheitliches Risiko an, gefolgt von der Klima- bzw. Umweltbelastung und einer ungesunden Ernährung sowie Alkohol. Ungesunde oder belastete Lebensmittel werden in dieser offenen Befragung nur von knapp jedem Zehnten als Risiko genannt, gleiches gilt für Probleme, die sich durch die Landwirtschaft ergeben können. In einer gestützten

Abfrage gaben auch knapp mehr als die Hälfte der Befragten an, dass die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln eher zunimmt bzw. gleich bleibt.

Verbraucherinnen und Verbraucher sind weiterhin über Antibiotikaresistenzen und die angenommenen Risiken durch gentechnisch veränderte Lebensmittel sowie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln beunruhigt. Dies sind zusammen mit dem Thema Lebensmittelbetrug/-fälschung auch die Themen, die die Bekanntheitsskala in einer gestützten Abfrage anführen.

Beim Bekanntheitsgrad von Gesundheits- und Verbraucherthemen zeigen sich nach wie vor große Unterschiede. Während das Thema Glyphosat in Lebensmitteln vermutlich durch die große Präsenz in den Medien im Vergleich zur Vorjahresbefragung deutlich aufgeholt hat und nun der Mehrheit der Befragten ein Begriff ist, haben nur ein gutes Drittel der Befragten

bereits etwas von Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees gehört. Auch ist nur ein sehr geringer Teil der Befragten über dieses Thema beunruhigt, obwohl deren gesundheitsschädigendes Potenzial wissenschaftlich unbestritten ist.

Ein Thema, dem aus wissenschaftlicher Sicht von Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird, ist die Lebensmittelhygiene zu Hause. Über sie ist wie schon in den Vorjahren in der gestützten Abfrage nur eine kleine Minderheit beunruhigt. Im Gegensatz dazu sind 34 % über die Lebensmittelhygiene in der Gastronomie besorgt.

Die Ergebnisse des aktuellen Verbrauchermonitors zeigen, wie wichtig es ist, Erkenntnisse und überprüfbare Resultate aus der Forschung stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

(BfR, 18.4.2017)