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Schädlinge in Haus und Garten: Giftige Mittel gehören nicht in Laienhand

Wenn Schädlinge im Haus Hof halten, sind das richtige Mittel und durchschlagende Strategie gefragt, um sie in die Flucht zu schlagen. Vom Spray über Köder bis hin zu Klebefallen und Elektroverdampfern bietet der Handel hierbei eine Vielzahl mehr oder weniger hilfreicher Produkte an. Gifthaltige Schädlingsbekämpfungsmittel gehören wegen der möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt nicht in Laienhand, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Denn sowohl Produktetiketten und Gebrauchsanleitungen als auch die Beratung im Handel warten vielfach nur mit mangelhaften Informationen auf. Bei unsachgemäßer Anwendung werden jedoch gesundheitliche Schäden wie Atemnot, Übelkeit und Schwindel oder Allergien riskiert. Auch die frei verkäuflichen Mittel können bei Mensch und Haustier zu ernsthaften Vergiftungen bis hin zu Krebs führen.

Bei einer Nacktschnecken-Invasion im Garten ist Absammeln umweltverträglicher als Schneckengift. Kahlfraß von Blumen und Gemüse können Sie vermeiden, indem Sie Pflanzen setzen, die Nacktschnecken verschmähen: Intensiv riechende Kräuter wie Rosmarin und Thymian oder giftige Pflanzen wie Eisen- und Fingerhut halten die unersättlichen Weichtiere fern. Wirksamen Schutz für gefährdete Gewächse bieten auch Hochbeete und Schneckenzäune. Kalk, Sägespäne, Rindenmulch und Kaffeesatz sind natürliche Hemmschwellen, die Nacktschnecken auf Distanz halten.

Vorräte regelmäßig prüfen und Fenster mit Gittern sichern

Vor allem für Vorratsschädlinge gilt: Vorbeugen ist besser als bekämpfen! Wer neu gekaufte Lebensmittel auf möglichen Befall kontrolliert, nicht zu große Mengen einlagert und die Vorräte in verschließbare Behälter füllt, schiebt dem Einzug der lästigen Plagegeister schon einen Riegel vor.

Lästigen Insekten wie Fliegen und Mücken kann man am besten mit mechanischem Schutz zu Leibe rücken wie Fenstergaze, Moskitonetze oder Fliegenklatsche. Vorsicht bei Elektroverdampfern und Raumsprays gegen fliegende Insekten: Sie belasten die Innenraumluft und können die Gesundheit insbesondere von Kranken, Säuglingen und Haustieren gefährden.

Ungiftige Alternativen zur Schädlingsbekämpfung sind Pheromonfallen, Leimstreifen, Insektenschutzlampen sowie Zedernholz und Lavendelduftsäckchen im Wäscheschrank gegen Motten.

Möglichst unbedenkliche Mittel

Wenn Kakerlaken, Taubenzecken, Pharaoameisen oder Ratten sich im oder am Haus aufhalten, muss der Schädlingsbekämpfer ran. Der Sachkundenachweis attestiert, dass er beziehungsweise seine Mitarbeiter "geprüfte Schädlingsbekämpfer" sind.

Auch beim Schädlings-Profi sollten Kunden darauf bestehen, dass möglichst unbedenkliche Mittel, zum Beispiel Köderdosen, Gele und Fallen statt Sprays und Vernebler, eingesetzt werden. Informationen über notwendige Sicherheitsvorkehrungen oder Schutzmaßnahmen und mögliche Innenraumbelastungen dürfen nicht fehlen!

(Verbraucherzentrale NRW, 11.4.2017)