Insekten und andere Gliedertiere
Hier finden Sie Informationen zu allen bekannten Schädlingsformen und mögliche Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.-

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Bettwanzen
Cimex lectulariusBettwanzen treten in bewohnten, geschlossenen Räumen auf. Während der Ruheperioden verstecken sie sich vor allem im Bett, hinter Bildern, abstehenden Tapetenrändern, Scheuerleisten, Lichtschaltern, Möbelfugen, Ritzen und Spalten usw.. Oftmals sind nur einzelne Räume betroffen, so lange sich hier in regelmäßigen Abständen ein potentieller Wirt aufhält. Eine Abwanderung in andere Räume ist im Allgemeinen nur zu beobachten, wenn den Bettwanzen keine Nahrungsquelle mehr zur Verfügung steht. Die Wanzen werden passiv durch Gegenstände (Reisegepäck, gebrauchte Möbelstücke, CD-Hüllen usw.) übertragen.
In der Nachkriegszeit spielten Bettwanzen als Parasiten hierzulande durch die Verfügbarkeit wirksamer Insektizide keine bedeutende Rolle mehr. In den vergangenen Jahren ist aber weltweit eine Zunahme zu verzeichnen, unabhängig von hygienischen und sozialen Bedingungen an den befallenen Standorten. Für die Ausbreitung werden u. a. die zunehmende Reisetätigkeit sowie der weltweite Handel von Gebrauchtwaren verantwortlich gemacht.
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Eichenprozessionsspinner
Thaumetopoea processionea Linnaeus<xml> </xml><xml>Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt lichte Eichenwälder, Bestandsränder, Einzelbäume und Siedlungen in warmtrocknen Regionen oder Jahren. Er kommt häufig in Kombination mit anderen Eichenschädlingen vor. Bisher kommt er nicht in ganz Deutschland vor, ein verstärktes Auftreten wird z.B. aus den Regionen der fränkischen Platte, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfahlen gemeldet. Eine Karte, in der die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners bis 2011 dargestellt wird, finden Sie auf der rechten Seite unter „Weiterführende Informationen“ auf der verlinkten Befallskarte des Julius Kühn-Instituts. Im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen wärmeren Frühjahrsmonaten ist eine Ausweitung der Befallsgebiete zu erwarten. </xml>
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Essigfliege (auch Frucht-, Gär-, Most-, Obst- oder Taufliege)
Drosophila melanogasterEssigfliegen treten immer dann auf, wenn die Temperaturen über 20°C liegen und Obst oder faulende und gärende Stoffe vorhanden sind. Gelagertes Obst oder z.B. offener Wein und Fruchtsäfte in der Küche sowie offene Kompostsammelgefäße führen im Sommer und Herbst zur Massenvermehrung der Tiere.
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Flöhe
Ctenocephalides felis (Katzenfloh); C. canis (Hundefloh); Pullex iritans (Menschenfloh)Flöhe sind Parasiten, die auf Säugetieren oder Vögeln bzw. in deren Nestern und Schlafstätten leben. Es wird zwischen Nest- und Pelzflöhen unterschieden, wobei Katzen-, Hunde- und Menschenfloh zu den Nestflöhen zählen, der Rattenfloh hingegen zu den Pelzflöhen. Nestflöhe leben in Verstecken in dunkler, trockener und möglichst ungestörter Umgebung und springen in der Nacht auf den Schläfer, um Blut zu saugen. Die Eiablage erfolgt vorwiegend im Versteck. Aus diesem Grund findet man Eier, Larven und Puppen von Katzen- und Hundeflöhen hauptsächlich in den Schlafstätten der Tiere, sowie der Umgebung, wie in Teppichen, in Bodenritzen und auf Polstermöbeln. Pelzflöhe (Rattenfloh) dagegen leben dauerhaft im Fell von Tieren. Sowohl Hund-, Katzen als auch Rattenfloh können auf den Menschen überspringen.
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Honigbiene
Westliche Honigbiene (Apis mellifera)Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der westlichen Honigbiene war Europa, Afrika und der Nahe Osten. Aufgrund der Bedeutung für die Imkerei ist sie heute weltweit verbreitet.
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Hornisse
Vespa crabroDa natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, sucht die Königin im Frühjahr oft eine Ersatzhöhle im menschlichen Siedlungsbereich. Solche gern aufgesuchten Nistplätze sind Vogelnistkästen, alte Schuppen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, Winterverkleidungen am Dach, aber auch Rollladenkästen und Nischen in Dachböden.
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Kellerassel
Porcellio scaberKellerasseln halten sich an dunklen und vor allem feuchten Orten wie z.B. einem Keller auf (siehe Ausführungen zum Aussehen) und verkriechen sich dort meist unter Gegenständen.
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Kleidermotte
Tineola bisselliellaKleidermotten bevorzugen beheizte Räume und können während des gesamten Jahres angetroffen werden. Die Flugzeiten liegen zwischen Mai und August, wobei die Männchen häufiger fliegen als die Weibchen. Allerdings können beide Geschlechter ausreichend weite Entfernungen zurücklegen, um sich etwa von Gebäude zu Gebäude zu verbreiten. Die häufigste Art und Weise der Verbreitung ist allerdings die passive Verschleppung durch befallenes Material.
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Kopflaus
Pediculus humanus capitisKopfläuse sind weltweit und ausschließlich am Menschen als einziger Wirtsart verbreitet. Am häufigsten kommt Kopflausbefall bei Kindern, insbesondere im Vor- und Grundschulalter, vor.
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Lebensmittelmotten
Kupferrote Dörrobstmotte (Plodia interpunctella), Mehlmotte (Ephestia (Anagasta) kühniella), Samenmotte (Hofmannophila pseudospretella), Kornmotte (Nemapogon granellus), Mehlzünsler (Pyralis farinalis)Lebensmittelmotten sind weltweit als Vorratsschädlinge verbreitet. In Europa sind besonders fünf Arten in ihrem Auftreten als Schädling relevant:
Die Dörrobstmotte kommt häufig vor und ist auf beheizte Räume für ihre Vermehrung angewiesen. Gleiches gilt für den Mehlzünsler. Sie sind in Vorratslagern, in Mühlen oder in Haushalten anzutreffen. Die Mehlmotte ist ein hartnäckiger Vorratsschädling und ist in Mühlen, Bäckereien, Getreidesilos, Lebensmittelbetrieben und in Privathaushalten zu finden. Die Samenmotte (auch als Braune Hausmotte bezeichnet) bevorzugt besonders Lagerräume oder Wohnungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und findet sich auch in Vogelnestern. Die Kornmotte tritt häufig in Getreidelagern auf.
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Pharaoameisen
Monomorium pharaonisAls ursprünglich in feuchtwarmen Gebieten beheimatete Ameisenart kann die Pharaoameise unter unseren klimatischen Bedingungen nur in ständig und gleichmäßig beheizten Innenräumen überwintern. In der heißeren Jahreszeit verlagern die Ameisen ihre Tätigkeiten auch in Außenbereiche. Ihre Nester sind oft auf kleinstem Raum versteckt. Vielfach bemerkt man erst die sogenannten „Ameisenstraßen“, wenn die Völker bereits relativ stark geworden sind.
Pharaoameisen treten in Lebensmittelgeschäften, Krankenhäusern und Tierhaltungen sowie Privathaushalten und Hotels auf.
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Schaben
Blattella germanica (Deutsche Schabe), Blatta Orientalis (Kakerlake), Periplaneta americana (Amerikanische Schabe)Weltweit sind ca. 3500 Schabenarten bekannt, davon kommen die meisten in den Tropen und Subtropen vor. Der überwiegende Teil der Arten tritt im Freiland auf und hat als Gesundheitsschädling keinerlei Bedeutung für den Menschen.
Die drei oben erwähnten Schabenarten sind weltweit in Innenräumen verbreitet, in Mitteleuropa ist die Deutsche Schabe wohl die dominierende Schabenart. Die Tiere bevorzugen je nach Schabenart Temperaturen von 20-30 °C, benötigen Feuchtigkeit und sind an Standorten zu finden, die Licht gedämpfte Nahrungs- und Unterschlupfstellen bieten. Die Schaben sind angepasst an den menschlichen Siedlungsbereich (Synantrophie). Besonders betroffen sind Gaststätten, Großküchen, Krankenhäuser, Lebensmittellager sowie Zoologische Gärten und Zoohandlungen, aber auch in Privathaushalten treten die Tiere auf. Eine Einschleppung erfolgt hier meist durch Lebensmittelverpackungen, gebrauchte Elektrowaren oder Reisegepäck. Ausgehend von einer Befallsquelle (z. B. Bäckerei) kann es zu einer kontinuierlichen Einwanderung in die Umgebung kommen.
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Schildzecken
Ixodes ricinus (Holzbock), Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke)Schildzecken sind dort anzutreffen, wo die Bedingungen (hohe Luftfeuchte, geeignete Temperaturen) günstig und ihre Wirtstiere (Mäuse, Igel, Vögel, Wild- und Weidetiere) reichlich vorhanden sind. Dies ist besonders in Waldlichtungen mit hohem Grasbewuchs, an Bachläufen, Waldrändern und angrenzenden Weide- und Gartengebieten der Fall. Entgegen der landläufigen Meinung, dass sich Zecken von Bäumen oder Sträuchern von oben auf vorbeilaufende Menschen oder andere Warmblüter (Hunde, Katzen, Weidetiere) herabfallen lassen, lebt der Holzbock überwiegend in der bodennahen Vegetation. Zum Blutsaugen bereite Zecken positionieren sich auf der Spitze von Gräsern und niedrig wachsenden Pflanzen; sie werden aktiv, sowie sie bestimmte Auslösereize (Körperwärme, CO2) mit dem Hallerschen Organ am Endglied ihres vordersten Beinpaares wahrnehmen. Beim Vorbeistreifen im höheren Gras oder Gesträuch gelangen sie dann auf den Wirt – hierfür reicht ein äußerst kurzer Kontakt aus.
Unter Experten wird derzeit die Hypothese diskutiert, dass einige Zeckenarten von den steigenden Temperaturen in Mitteleuropa profitiert haben, da sie ihr Verbreitungsgebiet in den letzten Jahren sowohl nach Norden als auch in höhere Lagen ausgedehnt haben. Endgültige Beweise für diese Annahme stehen aber noch aus.
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Schmeißfliege
Calliphora vicinaWeltweit kommen über 1000 Arten von Schmeißfliegen vor, in Deutschland sind es allein mehr als 40 Arten. Die ausgewachsenen Tiere treten praktisch in allen Lebensräumen auf. Man findet sie auf Blumen und Blüten, wo sie Nektar und Pollen aufnehmen. Zum Auflecken von Säften und zur Ei- bzw. Larvenablage suchen sie zerfallene organische Substrate verschiedenster Herkunft auf. Häufig treten sie daher auch auf tierischem Aas, Dung oder Kot, aber auch auf Ausscheidungen menschlicher Herkunft auf.
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Schwarze Wegameise
Lasius nigerDie Schwarze Wegameise tritt hauptsächlich in Europa auf, ist aber auch in Asien, Afrika und Nordamerika zu finden. Die Tiere bauen Erdnester unter und zwischen Steinen, hinter Baumrinde und im Rasen. Man findet die Tiere auf der Straße, unter Gehwegplatten und auf Terrassen. Sie können auch in Wohnungen eindringen, haben dort aber nur selten ihre Nester.
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Silberfischchen
Lepisma saccharinaSilberfischchen treten in Mitteleuropa fast ausschließlich in menschlichen Behausungen auf. Tagsüber halten sie sich in dunklen Ritzen und Spalten wie z.B. hinter Fußbodenleisten oder unter abgelösten Tapeten auf. Sie sind wärmeliebend und benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 80%. Deshalb trifft man sie vorwiegend in Küche, Bad, Toilette, Waschküche oder im Keller an.
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Stechmücken
Culex spec., Anopheles spec., Aedes spec.In Mitteleuropa kommen über 100 verschiedene Stechmückenarten (zumeist Culex) vor. Daneben sind Arten der Gattungen Anopheles (u. a. Malariamücke) und Aedes (u. a. Gelbfiebermücke) von Bedeutung. Da Stechmücken ihre Eier auf der Wasseroberfläche oder in Wassernähe ablegen, bevorzugen sie stehende Gewässer und kommen daher besonders in Feuchtgebieten vor. Auch in Pfützen, Regenwassertonnen und ähnlichen kleinen Wasseransammlungen werden die Eier abgelegt. Die Eier vieler Arten können lange Trockenperioden überstehen. Nach starken Regenfällen und bei Hochwasser im Sommer kann es dann zur Massenentfaltung von Stechmücken kommen.
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Stubenfliege
Musca domesticaStubenfliegen kommen außer in Wüsten weltweit vor: sie sind typische Kulturfolger. Ihre Maden entwickeln sich in faulender organischer Substanz und Kot. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von zuckerhaltigen Substanzen. Feststoffe werden mit dem Speichel aufgelöst, Flüssigkeiten werden direkt mit dem Saugrüssel aufgenommen.
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Taubenzecken
Argas reflexusTaubenzecken treten weltweit auf und befallen vorwiegend Tauben. Man findet sie in und um Brutstätten verwilderter Haustauben, auf ausgebauten Dachböden und umgebenden Wohnungen, Tauben-Zuchtanlagen, selten aber in anderen Geflügelhaltungen.
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Wespe
Gemeine Wespe (Paravespula vulgaris) und Deutsche Wespe (Paravespula germanica)In Deutschland kommen mehrere staatenbildende Wespenarten vor, von denen aber nur zwei – die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe – aufgrund ihres Verhaltens (Anfliegen von menschlichen Nahrungsmitteln) dem Menschen lästig werden. Die anderen Arten (Rote Wespe, Mittlere Wespe, Sächsische Wespe, Waldwespe, Norwegische Wespe u.a. ) sind für den Menschen harmlos und zum Teil geschützt. Zu den Echten Wespen gehört auch die Hornisse.
Echte Wespen sind ursprünglich nur in Europa, Asien und Nordamerika beheimat. Mittlerweile wurden sie auch in Südamerika, Australien und Neuseeland eingeschleppt.
Wespen leben überwiegend in Wäldern und Wiesen und bauen ihre Nester je nach Art teils in Erdhöhlen, Baumhöhlen oder auch frei hängend. Deutsche Wespe und Gemeine Wespe bauen meist in Erdhöhlen (z.B. Mäuse- oder Maulwurfsbauten). In Siedlungsnähe werden aber auch Dachböden, Rollladenkästen und vergleichbare dunkle, geschützte Hohlräume ausgewählt. Frei hängende Nester werden von selteneren, teils geschützten Arten gebaut, die keine menschlichen Nahrungsmittel anfliegen. Wespennester bestehen aus einer papierartigen Masse, die aus zerkauten Holzresten gebaut und stets nach unten hin geöffnet sind.
