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Wildbienen

Apiformes
Wildbiene
Weibliche Rotpelzige oder Fuchsrote Sandbiene, auch Goldbiene genannt (Andrena fulva)
© entomart

Aussehen

Bienen sind zwischen 1,3 und 3 Millimeter groß. Zur Verteidigung besitzen nur die Weibchen einen Stachel; in den Tropen gibt es auch stachellose Bienen. Bienen sind je nach Art unterschiedlich gefärbt, haben aber oft ein Streifenmuster. Sie haben einen Rüssel zur Nahrungsaufnahme, außerdem sind Körper und Beine behaart, so dass der Pollen daran gut haften bleibt und transportiert werden kann.

Die Unterteilung der Bienen in mehrere Familien basiert weitgehend auf dem Bau der Mundwerkzeuge. Die größte Familie in unseren Breiten sind die Apidae, wozu Pelzbienen, Holzbienen, Wespenbienen, Langhornbienen, Honigbienen und die Hummeln zählen.

Lebensraum / Vorkommen

Die Bienen sind Fluginsekten und bilden eine Überfamilie, die zur Ordnung der Hautflügler gehören und zur Teilordnung der Stechimmen.

Man kann sie nach ihrem Sozialverhalten unterscheiden: Staaten bildende, solitär lebende (Einsiedlerbienen) und Kuckucksbienen, die fremde Nester für die Aufzucht ihrer eigenen Brut nutzen.

Während Hummeln und Honigbienen Staaten bilden, leben die sog. Wildbienen als weitaus größte Gruppe alleine.

Bienen sind weltweit in ca. 30.000 Arten vertreten, wovon etwa 600 Arten in Deutschland leben.

Verhalten

Bienen bilden eine große Gruppe unterschiedlicher Arten, die sich in ihrem Verhalten deutlich voneinander unterscheiden. Nur einige Arten, wie z.B. die Honigbiene oder die Hummeln, bilden Staaten. Sie sind gewissermaßen die Ausnahme. Während bei den Honigbienen ein Staat mehrere Jahre bestehen kann, gründen die Königinnen der Hummeln jedes Frühjahr ein neues Volk.

Die Mehrheit der Bienenarten lebt dagegen alleine und kümmert sich nur um die eigene Brut (Solitär- bzw. Einsiedlerbienen und Kuckucksbienen). Die Solitärbiene legt jeweils ein Ei mit einem Nahrungsvorrat (Pollen) zusammen in einem Versteck in der Erde ab und verschließt es. Dabei kann ein Nest neben dem anderen in großer Zahl liegen. Die Kuckucksbiene bringt als Brutschmarotzer ihre Eier in den Gelegen anderer Bienenarten unter.

Allein lebende Bienen überwintern als Larve und leben nur wenige Wochen. Pro Jahr können jedoch mehrere Generationen schlüpfen.

Es gibt noch viele Zwischenformen an Lebensweisen, wie z.B. in unabhängigen Nachbarschaften lebende Bienen, die bei Gefahr sich gemeinschaftlich verteidigen (Schwarm-Angriffe), Bienen, die zum Überwintern Erd- oder Pflanzenhöhlen gemeinschaftlich nutzen oder auch Nistgemeinschaften, wobei der Eingang zu den Nestern gemeinschaftlich rücksichtsvoll genutzt und bewacht wird oder auch bereits bei der Anlage und Versorgung der Zellen zusammengearbeitet wird, und Schlafgemeinschaften von männlichen Bienen.

Weitere Spezialisierungen sind bei der Fortpflanzung zu beobachten. Bei der Furchenbiene Laxioglossum pauxillum beispielsweise baut das überwinterte Weibchen im Frühjahr einen Nestgang mit bis zu 25 Zellen, in das sie ihre Eier legt. Die Nachkommen pflanzen sich nicht fort, sondern erweitern das Nest und pflegen die weitere Nachkommenschaft ihrer Mutter. Erst im Spätsommer werden die Drohnen, so heißen bei den Staaten bildenden Bienen und Faltenwespen die Männchen, und größere fortpflanzungsfähige Weibchen geboren. Die Mutter stirbt, und die begatteten Jungweibchen gründen im nächsten Frühjahr neue Kolonien. Dieses Fortpflanzungs- und Brutpflegeverhalten kommt den Verhältnissen in einem Bienenstaat schon recht nahe.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Bienen ernähren sich ausschließlich von Pollen und (süßen) Pflanzensäften. Die staatenbildenden Gattungen legen dabei Vorräte an. Viele Wildbienen nutzen nur eine einzige Pflanzenart.

Fortpflanzung

Die allein lebenden Wildbienen überwintern als Larve, entwickeln sich zur Biene und beginnen gleich nach der Paarung mit dem Nestbau und legen ihre Eier jeweils in einer Brutzelle ab und sammeln Nektar und Pollen, die sie zur Versorgung der Eier in die Zellen tragen. Pro Jahr können mehrere Generationen von Bienen schlüpfen. Die Larven ernähren sich von dem Vorrat im verschlossenen Nest (Brutfürsorge-Verhalten) oder werden bei staatenbildenden Bienenarten (Hummeln, Honigbienen) vom Volk versorgt.

Natürliche Feinde

Fressfeinde der Bienen allgemein sind in erster Linie Vögel, aber auch Spinnen und kleinere Wirbeltiere.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Wildbienen greifen im Unterschied zu Honigbienen und Hummeln Menschen nicht an. Ihr Stachel ist außerdem dünn und schwach. Sie stechen nur, wenn man versehentlich auf ein Tier tritt, es mit den Fingern drückt oder es in die Kleidung gerät. In der Regel verteidigen sie auch ihre Nester nicht.

Informationen zum Artenschutz

Alle Wildbienenarten sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

Sie zählen zu den wichtigsten Bestäubern und damit zu den Nützlingen, da sie oft schon im März und auch bei bedecktem Himmel unterwegs sind. Allerdings sind die Lebensräume der Bienen gefährdet, weil sie durch die Neigung zum Aufräumen in Landwirtschaft und Gärten immer weniger Möglichkeiten finden, ihre Brut ungestört in totem Holz oder Reisighaufen und Erdhöhlen unterzubringen.

Indem man Baumscheiben mit unterschiedlich dicken Löchern und einem kleinen Regenschutz versieht und sie an einem sonnigen und windgeschützten Platz in einem Baum aufhängt oder Trockenmauern anlegt, kann man für einen Ersatz sorgen.