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Wespe

Gemeine Wespe (Paravespula vulgaris) und Deutsche Wespe (Paravespula germanica)
Wespe
Wespe
© Walter Eberl / PIXELIO

Aussehen

Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe sind für Laien schwer voneinander zu unterscheiden. Sie können am ehesten anhand der Zeichnung auf der Stirnplatte unterschieden werden. Während die Deutsche Wespe dort meist drei im Dreieck angeordnete schwarze Punkte (seltener nur einen) oder zwei Punkte und einen kleinen geraden, oft etwas unterbrochenen schwarzen Strich aufweist, befindet sich dort bei der Gemeinen Wespe ein breiter schwarzer Strich, der sich nach unten hin verdickt. Beide sind gelbschwarz gestreift.

Einfacher sind die Nester unterscheidbar: die Nester der Gemeinen Wespe sind bräunlich, die der Deutschen Wespe eher grau.

Ebenfalls schwierig ist die Unterscheidung von den verwandten, zum Teil geschützten Arten.

Die Arbeiterinnen der beiden lästigen Arten werden 11 -16 mm groß, Drohnen 13-17 mm, Königinnen erreichen bis zu 20 mm.

Lebensraum / Vorkommen

In Deutschland kommen mehrere staatenbildende Wespenarten vor, von denen aber nur zwei – die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe – aufgrund ihres Verhaltens (Anfliegen von menschlichen Nahrungsmitteln) dem Menschen lästig werden. Die anderen Arten (Rote Wespe, Mittlere Wespe, Sächsische Wespe, Waldwespe, Norwegische Wespe u.a. ) sind für den Menschen harmlos und zum Teil geschützt. Zu den Echten Wespen gehört auch die Hornisse.

Echte Wespen sind ursprünglich nur in Europa, Asien und Nordamerika beheimat. Mittlerweile wurden sie auch in Südamerika, Australien und Neuseeland eingeschleppt.

Wespen leben überwiegend in Wäldern und Wiesen und bauen ihre Nester je nach Art teils in Erdhöhlen, Baumhöhlen oder auch frei hängend. Deutsche Wespe und Gemeine Wespe bauen meist in Erdhöhlen (z.B. Mäuse- oder Maulwurfsbauten). In Siedlungsnähe werden aber auch Dachböden, Rollladenkästen und vergleichbare dunkle, geschützte Hohlräume ausgewählt. Frei hängende Nester werden von selteneren, teils geschützten Arten gebaut, die keine menschlichen Nahrungsmittel anfliegen. Wespennester bestehen aus einer papierartigen Masse, die aus zerkauten Holzresten gebaut und stets nach unten hin geöffnet sind.

Verhalten

Wespen sind staatenbildende Insekten, die einjährige Nester bilden und weitgehend räuberisch leben, indem sie andere Insekten töten. In ihrem Gift befinden sich auch Alarmpheromone. Diese  werden freigesetzt, indem die Tiere ihr Gift auf mögliche Angreifer spritzen, um so weitere Tiere anzulocken und zum Stich zu animieren. Anders als bei den Bienen ist der Stachel fest im Hinterleib verankert, so dass Wespen mehrfach zustechen können.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Wespen versorgen ihre Brut mit proteinreicher Nahrung (gefangene Insekten, Fleisch, auch Aas), bevorzugen selbst aber kohlehydratreiche Nahrung (Fallobst, aber auch alle Arten von Süßspeisen).

Fortpflanzung

Im Frühjahr beginnt die überwinterte Königin mit der Nestgründung, indem sie Eier mit Spermien aus einer Samenblase befruchtet, die sie seit dem letzten Herbst mit sich trägt. Aus den Larven entwickeln sich unfruchtbare Arbeiterinnen und im Spätsommer auch Männchen und Jungköniginnen, bis das Wespenvolk im Herbst die größte Ausdehnung erreicht. Die alte Königin stirbt unter unseren Klimabedingungen im Spätherbst ab und das Wespenvolk löst sich auf, wobei sie bei ihrer Nahrungssuche vermehrt den Menschen lästig werden können. Bei Kälteeinbruch sterben die letzten Arbeiterinnen. Nur die im Spätsommer schlüpfenden und sich verpaarenden Jungköniginnen überwintern. 

Wespennester sind in Deutschland stets einjährig; verlassene Nester werden nie wiederbesiedelt.

 

 

 

Natürliche Feinde

Bei verschiedenen Vögeln wie Wespenbussard, Neuntöter und Bienenfresser, aber auch bei größeren Spinnen gehören Wespen zum normalen Speiseplan. Weitere natürliche Feinde sind Schlupfwespen, deren Larven sich von den Wespenlarven ernähren und Kuckuckswespen, die ihre Eier in fremde Wespennester legen und ihre Nachkommen von den Wirtswespen aufziehen lassen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Die schmerzhaften Wespenstiche verursachen eine Quaddelbildung und sind normalerweise harmlos. Einige Menschen sind jedoch allergisch gegen Wespen- und Bienenstiche. Bei diesen können lebensbedrohliche Reaktionen ausgelöst werden. Besonders bei verschluckten Wespen kann es durch Anschwellen der Schleimhäute auch bei Nichtallergikern zu Atemnot kommen.

Informationen zum Artenschutz

Wespen vertilgen Unmengen von (Schad-)Insekten. Einzelne Arten stehen auf der Roten Liste und sind besonders geschützt. Die frei nistenden Arten und die in Erdhöhlen nistende Rote Wespe sind für den Menschen harmlos. Aufgrund der übertriebenen Ängste werden häufig Nester vernichtet, auch wenn es um friedliche oder sogar geschützte Arten handelt.

Durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sind grundsätzlich alle Tiere vor Zerstörung der Nester, Belästigung und Tötung der Tiere geschützt. Bestimmte Arten stehen unter besonderem Schutz, was durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) geregelt wird.

 Wespen stehen unter allgemeinen Schutz und dürfen nur bei Vorliegen vernünftiger Gründe bekämpft werden.

Gefahrenabschätzung

Wespen verhalten sich außerhalb des Nestbereiches in der Regel nicht aggressiv. Vorsicht ist vor allem in der Nähe der Nester geboten. Die frei nistenden Arten und die in Erdhöhlen nistende Rote Wespe, deren Nester deutlich kleiner und oft nur 2 bis 3 Monate bewohnt sind, sind für den Menschen weniger lästig als die Deutsche oder die Gemeine Wespe.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Eine Bekämpfung von einzeln fliegenden Wespen, die sich beispielweise auf Nahrungssuche befinden oder in Wohnungen verflogen haben, mit chemischen Mitteln oder Elektrofallen ist weder notwendig noch verhältnismäßig. 

Um keine Wespen anzulocken, sollten alle Speisen und Getränke im Freien abgedeckt werden. Beim Essen und Trinken sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Wespe eingeschlichen hat. Vorsicht auch bei Fallobst, es könnte ein Wespe darin stecken.

Einzelne sich ins Haus verirrte Wespen können problemlos mit ruhigen und langsamen Bewegungen eingefangen und abtransportiert werden. Hierzu kann man sich als Transportmittel eines am besten durchsichtigen Behälters wie z.B. eines Glases, Bechers oder Tasse bedienen. Dabei wird die Öffnung erst über das Tier gestülpt und dann mit einem schmalen Stück Papier oder einer Postkarte vorsichtig zugeschoben. Draußen entlässt man das Tier ins Freie, indem der Behälter geöffnet wird. Gegen das Einfliegen von Insekten jeglicher Art in die Wohnung helfen Fliegengitter.

Natürlich müssen sich Allergiker zur Flugzeit gegen Wespenstiche besonders schützen.

Sollten Sie Nester in der Nähe von sensiblen Orten (z. B. Kindergarten) finden, so sollte möglichst von Experten die Art bestimmt werden, um eine Einschätzung zu bekommen, wie lange sich das Nest voraussichtlich noch halten wird. In der Regel sind – anders als bei Hornissennestern - Umsiedelungen von Nestern wenig erfolgversprechend.