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Steinmarder

Martes foina
Steinmarder
Dieser Steinmarder hat sich bereits auf dem Dachboden eingerichtet.
© Templermeister / PIXELIO

Aussehen

Die Familie der Haus-, Stein- oder Baummarder gehört zur Ordnung der (hundeartigen) Raubtiere. Zur Familie der Marder gehören auch Iltisse, Otter, Wiesel und Dachse.  

Die Marder werden ca. 40-52 cm lang (Kopf und Rumpf), der buschige Schwanz ist etwa halb so lang wie der schlanke, langgestreckte Körper. Sie werden 1-2 kg schwer, die  Männchen durchschnittlich ca. 25 % schwerer als die Weibchen. Die Gliedmaßen sind kurz mit fünf, nicht einziehbaren, gebogenen und scharfen Krallen an den Füßen. Das Fell der Tiere ist graubraun mit einem hellen Fleck an Kehle und Brust. Der Hausmarder hat kleine Ohren und eine kurze Schnauze mit sehr scharfen Zähnen.

Lebensraum / Vorkommen

Der Haus- und Steinmarder ist fast weltweit und in ganz Eurasien verbreitet und äußerst anpassungsfähig. Als Kulturfolger leben die Tiere in Großstädten, wo sie auch Dachböden als Verstecke bewohnen, ansonsten werden Holzstapel und Reisighaufen zum Schlafen genutzt. 

Verhalten

Die Marder können durch ihre scharfen Krallen gut klettern, wobei ihnen der lange Schwanz beim Balancieren hilft. Mit ihren gut entwickelten Analdrüsen können sie stinkende Flüssigkeiten absondern, um so ihr Revier zu markieren. Die Tiere sind Einzelgänger und liefern sich erbitterte Revierkämpfe. Sie sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Obwohl Marder Raubtiere sind, die hauptsächlich Fleisch, z. B. Mäuse, Jungvögel und Insekten, fressen, nutzen sie auch pflanzliche Nahrung wie Früchte und Getreide, besonders im Sommer und Herbst. Sie mögen auch Küchenabfälle und Aas.

Fortpflanzung

Marder sind Säugetiere. Das Weibchen bekommt meist nur einmal im Jahr Nachwuchs, wobei die Jungen blind und hilflos zur Welt kommen, aber schon nach durchschnittlich zwei Monaten selbstständig sind. Nach einem halben bis zwei Jahren sind sie geschlechtsreif. Sie können fünf bis 20 Jahre alt werden.

Natürliche Feinde

In Deutschland gibt es keine ins Gewicht fallenden Feinde. Füchse, Katzen und Habichte reißen mitunter Jungmarder.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Die Tiere können Krankheitserreger und Parasiten (Band- und Saugwürmer, Tollwut, Hirnhautentzündung) auf Menschen und Haustiere übertragen. Nisten sich Marder auf einem Dachboden ein, kann der Lärm den Schlaf der Bewohner stören. Außerdem können sie die Dachisolierung beschädigen und verbreiten Gestank und Dreck durch Kot.

Informationen zum Artenschutz

In Deutschland unterliegen Steinmarder dem Jagdrecht, d.h. nur wer eine Genehmigung dazu hat, darf die Tiere jagen. Die rechtlichen Bestimmungen unterscheiden sich in den Bundesländern. In einigen Ländern gibt es Fallenfangverordnungen. Außerdem besteht eine zeitliche Beschränkung der Jagd. Steinmarder dürfen nur zwischen dem 16. Oktober und dem 28. Februar bejagt werden.

Typische Schäden

Der Steinmarder richtet mit seinen scharfen Zähnen Schäden an geparkten Autos an, indem er Zündkabel, Kühlwasser- und Heizungsschläuche, aber auch die Kabel der Bordelektronik, Gummi- und auch Kunststoffteile zerbeißt.

Gefahrenabschätzung

Die Tiere können geparkte PKW erheblich schädigen. Unbemerkt gebliebene durchgebissene Bremskabel in Autos können zumindest theoretisch auch zu Unfällen führen.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Im Handel werden Vergrämungsmittel vielfältigster Art angeboten, deren Wirkung allerdings oftmals nur von kurzer Dauer ist. Am sinnvollsten scheint ein Mix von Maßnahmen zu sein, wozu auch kleine Umbauten und Umgestaltungen, Licht- und Lärmeffekte gehören, da Unruhe und andauernde Veränderungen den Marder irritieren. Nicht zuletzt sollte versucht werden, die Zugangslöcher zu verstopfen, wenn die Marder nachts draußen sind.

Weitere Informationen: