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Siebenschläfer

Glis glis
Siebenschläfer
Siebenschläfer (Glis glis) in den Kirschen
© Harald Lange / Fotolia.com

Aussehen

Die Siebenschläfer gehören zur Ordnung der Nagetiere, Unterordnung Hörnchenverwandte, und hier wie auch die Haselmaus zur Familie der Bilche, auch Schlafmäuse genannt.

Siebenschläfer sehen den Eichhörnchen ähnlich, sind aber kleiner als diese, und haben einen langen buschigen Schwanz, einen weißen Bauch und große schwarze Augen. Die Kopf-Rumpflänge beträgt ca. 13-18 cm, hinzu kommt die Schwanzlänge von 11-15 cm, das Gewicht bewegt sich zwischen ca. 80-160 g.

Lebensraum / Vorkommen

Siebenschläfer findet man in Kontinentaleuropa bis zum Kaukasus, in Deutschland meist nur südlich der Mittelgebirge. Sie leben in Laub- und Mischwäldern, Parks und Obst- oder Weingärten. Sie verstecken sich zum Schlafen gern in Baumlöchern, aber auch in Nistkästen, in leer stehenden Häusern und Schuppen oder auf Dachböden.

Verhalten

Der Winterschlaf der Siebenschläfer dauert meist länger als 7 Monate, nämlich von ca. Mitte September bis Ende Mai. Sie sind nachtaktiv, leben in Gruppen und fallen oft durch ihren Lärm auf. Mit ihren speziellen Fußballen können sie Bäume und Wände ohne Schwierigkeiten hochklettern.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Siebenschläfer ernähren sich hauptsächlich vegetarisch von Eicheln, Bucheckern, Blätter, Samen und Rinde von Bäumen, Früchten, Pilzen, Nüssen und Kastanien. Hin und wieder fressen sie auch Insekten sowie Vogeleier und Jungvögel.

Fortpflanzung

Einmal im Jahr bekommen sie nach einer Tragzeit von 30-32 Tagen ca. 4-6 Junge.

Natürliche Feinde

Natürliche Feinde sind z.B. Marder, aber auch Hauskatzen, sowie größere nachtaktive Raubvögel wie Uhu und andere Eulen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Durch Nahrungs- sowie Kot- und Urinreste besteht ein Hygienerisiko im privaten Haushalt und auch in Lebensmittel verarbeitenden Betrieben. Die nächtliche Lärmbelästigung kann zu Lasten der Schlafqualität gehen.

Informationen zum Artenschutz

Siebenschläfer sind keine gefährdete Art. Sie dürfen nicht bekämpft werden und unterliegen dem besonderen Schutz der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV). Für Ausnahmen muss man sich an die zuständigen Behörden für Naturschutz und Landschaftspflege wenden.

Typische Schäden

Bekannt sind Schäden durch Verzehr von Trauben und anderem Obst, in Schonungen durch Abnagen von Baumrinde. In Wohnungen können elektrische Leitungen, Möbel und Lebensmittel angenagt werden. Siebenschläfer verschmutzen ihre Umgebung mit Kot und Urin und stören hauptsächlich durch Lärm in bewohnten Häusern.

Gefahrenabschätzung

Keine Gefahren bekannt.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Eine Bekämpfung kollidiert mit der Artenschutzverordnung, die eigentlich auch einen Lebendfang oder eine Vergrämung verbietet. Insbesondere die nächtliche Lärmbelästigung führt zu Abwehrmaßnahmen.