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Schnecken

Gastropoda bzw. Bauchfüßer
Gemeine Wegschnecke
Nacktschnecken wie hier die Gemeine Wegschnecke sind im Garten als Schädlinge gefürchtet
© Gina Sanders / PIXELIO

Aussehen

Schnecken bestehen aus Kopf und Fuß sowie einem rückenliegenden (dorsalen) Eingeweidesack. Die Schale, bzw. das Schneckenhaus besteht wie bei anderen Weichtieren (z.B. Muscheln) aus Kalk. Napfschnecken besitzen eine Schale, die eher an Muschelschalen erinnert, bei Nacktschnecken ist gar kein Gehäuse zu finden. Kleinere Wasserschnecken bewegen sich mittels eines Wimpernteppichs fort, größere Landschnecken benutzen hierzu einen Schleimteppich und lassen hinter sich eine Schleimspur zurück.

Lebensraum / Vorkommen

Schnecken bilden eine Tierklasse aus dem Stamm der Weichtiere (Mollusca). Schätzungen gehen von weltweit etwa 100.000 existierenden Schneckenarten aus.

Schnecken besiedeln fast jeden Lebensraum vom Land über das Süßwasser bis hin zu marinen Ökosystemen.

Verhalten

Schnecken bilden eine artenreiche Tierklasse aus dem Stamm der Weichtiere. Manche Landschnecken (Nacktschnecken) sind Pflanzenschädlinge, manche Wasserschnecken können Schäden in wasserführenden Systemen verursachen. Entsprechend sind Schneckenbekämpfungsmittel entweder als Pflanzenschutzmittel oder als Biozidprodukt zugelassen. Für den privaten Anwender ist jedoch ausschließlich die Schneckenbekämpfung in Haus- und Kleingärten von Bedeutung.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Schnecken ernähren sich auf vielfältige Weise von lebenden oder abgestorbenen Pflanzenmaterial, Aas oder Regenwürmern. Die Nahrungsaufnahme findet mit Hilfe einer mit Zähnchen besetzten Raspelzunge (Radula) statt. Nacktschnecken weisen nur einen geringen Verdunstungsschutz auf und müssen ständig Wasser über die Haut und Nahrung aufnehmen. Sie sind daher an feuchte Lebensbedingungen gebunden und überwiegend nachtaktiv.

Fortpflanzung

Nacktschnecken besitzen ein sehr hohes Vermehrungspotenzial. Je nach Art werden pro Tier dreimal jährlich 300 bis 900 Eier abgelegt. Manche Wasserschnecken und alle Landlungenschnecken sind Zwitter (Hermaphroditen), jedes Tier legt nach der Paarung ein Eipacket ab. Während viele im Meer lebende Schnecken sich über frei schwimmende Larven (Veliger-Larve) verbreiten, entwickeln sich die Landschnecken vollständig innerhalb des Eies und schlüpfen als Jungschnecken.

Natürliche Feinde

Schnecken sind Nahrungsgrundlage für viele Tiere und stehen teilweise unter Schutz. Lediglich manche Nacktschnecken sind als Pflanzenschädlinge anzusehen. Durch Förderung der natürlichen Gegenspieler wie Igel, Spitzmäuse, Kröten, Vögel (z.B. Amsel), Laufkäfer u.ä. lässt sich deren Befall eindämmen. Auch Hühner und Laufenten vermögen Nacktschnecken effektiv zu dezimieren und werden teilweise zu diesem Zweck gehalten. Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) frisst auch Eier von Nacktschnecken und steht unter Schutz, d. h. sie darf nicht in die Bekämpfungsmaßnahmen einbezogen werden.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Schnecken sind Zwischenwirte vieler Parasiten und Krankheitserreger. Wichtigstes Beispiel ist der in Afrika, Südamerika und Südwestasien verbreiteten Pärchenegel, der die Schistosomiasis (Bilharziose) beim Menschen verursacht. Auch für den großen Leberegel, der nur sporadisch in Europa vorkommt, dienen Süßwasserschnecken als Vektoren. In Deutschland wird die so genannte „Badedermatitis“ durch die Larven eines Saugwurms (Trematoden) verursacht, die über den Kot von wurmbefallenen Enten als Endwirt ins Wasser gelangen. Süßwasserschnecken der Gattung Lymnea dienen als Zwischenwirt. Beim wiederholten Kontakt kann es zu einer Immunreaktion des Körpers und einer Hautrötung kommen, die jedoch nach einigen Tagen wieder abklingt.

Informationen zum Artenschutz

Bestimmte Schneckenarten wie z.B. die Weinbergschnecke sind geschützt und dürfen nicht bekämpft werden. Weinbergschnecken fressen die Eier von Nacktschnecken und sind als Nützlinge anzusehen.

Typische Schäden

In den mittleren Breiten sind vor allem Nachtschnecken insbesondere als Pflanzenschädlinge bekannt. Häuschenschnecken bevorzugen meist welke Pflanzen und erzeugen daher kaum Schäden.

sonstige Informationen

Prophylaxe

Auf kleineren Flächen lässt sich die Zuwanderung von Schnecken durch entsprechende Schneckenzäune verhindern. Andere Barrieren aus Kalk, Sand und Sägespänen wirken nur bei trockener Witterung. Eine Bewässerung der Beete sollte vorzugsweise am Morgen erfolgen, damit die Pflanzen schneller abtrocknen. Durch Bodenbearbeitung vor Frostphasen werden die Eigelege freigelegt, die anschließend erfrieren. 

Bekämpfung

Als Bekämpfungsmaßnahmen in Haus- und Kleingärten können sog. Bierfallen aufgestellt werden: Bierfallen sollten eher abseits der zu schützenden Pflanzen positioniert und mit einem Schneckenzaun kombiniert werden, da sie Schnecken auch anlocken. Kaffee ist für Schnecken giftig. Ein Begießen der Pflanzen mit gebrühten Kaffee in fünffacher Verdünnung schadet der Umwelt nicht. Ansonsten hilft das Einsammeln und Abtöten der Schnecken durch Zerteilen oder kochendes Wasser. Die Verwendung von Schneckenkorn ist nur in Kombination mit anderen Maßnahmen zu empfehlen. Eine Überdosierung ist zu vermeiden. Es reichen wenige Körner je Quadratmeter. Schneckenkorn aus Eisenphosphat gilt als relativ unbedenklich, während von anderen Wirkstoffen wir Methiocab ein höheres Risiko ausgeht.

Schneckenbekämpfungsmittel für Haus- und Kleingärten sind zulassungspflichtige Pflanzenschutzmittel. Das Pflanzenschutzmittelverzeichnis weist für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassene Schneckenbekämpfungsmittel aus (Teil 7).