StartseiteSchädlingsratgeberReismehlkäfer

Reismehlkäfer

Tribolium spp.
Foto: Rotbrauner Reismehlkäfer (Tribolium castaneum)
© USAD

Aussehen

Die bei uns vorkommenden Reismehlkäfer sind schwarz bis rotbraun gefärbt, z. T. glänzend, z.T. gefurcht. Sie sind zwischen 2 - 6 Millimeter lang. Die Larven werden bis zur Verpuppung etwa bis zu zehn Millimeter lang und sind zuerst weiß, später gelblich und haben bei einigen Arten eine dunklere Kopfkapsel.

Lebensraum / Vorkommen

Ursprünglich vor allem in Indien und Südostasien zu Hause, sind Reismehlkäfer inzwischen durch den globalen Handel mit Nahrungsmitteln weltweit verbreitet. Da die Käfer kälteempfindlich sind, findet man sie in Mitteleuropa vorwiegend in Gebäuden wie Großbäckereien, Getreidesilos und Mühlen.

Verhalten

Reismehlkäfer zählen zur Familie der Schwarzkäfer. Die Schwarz- oder Dunkelkäfer (Tenebrionidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Käfer (Coleoptera) in der Klasse der Insekten. Weltweit gehören die Schwarzkäfer mit ca. 20.000 Arten zu den größten Käferfamilien. In Europa kommen fast 1.800 Arten und Unterarten vor, in Mitteleuropa nur etwa 70 Arten.

Bei uns häufige Arten sind: Amerikanischer Reismehlkäfer (Tribolium confusum), Großer Reismehlkäfer (Tribolium destructor), Rotbrauner Reismehlkäfer (Tribolium castaneum) und Schwarzer Reismehlkäfer (Tribolium madens). Ein ähnlich aussehender Schädling aus der Familie der Schwarzkäfer ist der Schwarzglänzende Getreideschimmelkäfer.

Reismehlkäfer sind Vorratsschädlinge. Sie befallen Lebensmittel, besonders Mehl- und Getreidevorräte, aber auch Nüsse. Sie können fliegen und sich daher innerhalb der befallenen Räumlichkeit ausbreiten. Der Käfer ist sehr kälteempfindlich.

Link zu:
http://www.biozid.info/deutsch/schaedlingsratgeber/vorratsschaedlinge/getreideschimmelkaefer/detail/

 

 

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Reismehlkäfer und –larven fressen alle Arten von Mehl- und Getreideprodukten, Teigwaren, Trockenobst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Aber auch andere Lebensmittel werden befallen.

Finden die Käfer optimale Umweltbedingungen (große Wärme von über 30 Grad C, hohe Luftfeuchtigkeit von 70 %, sowie eine gute Nahrungsgrundlage), so dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer rund vier Wochen, ansonsten etwa drei bis vier Monate. Es entstehen mehrere Generationen im Jahr. Bei niedrigeren Temperaturen verlangsamt sich die Entwicklung bzw. kommt ganz zum Erliegen. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in ihrer Temperaturtoleranz. Der Große Reismehlkäfer kann bei guten Bedingungen mehrere Jahre alt werden.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Reismehlkäfer legen die Eier einzeln im Nahrungssubstrat ab, insgesamt mehrere Hundert bis Tausend. Nach drei bis 14 Tagen schlüpfen die Larven. Sie häuten sich bis zu zwölfmal bis sie sich im Nahrungssubstrat verpuppen.

Natürliche Feinde

 

 

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Befallene Lebensmittel sind ungenießbar, können eine Gesundheitsgefahr darstellen und müssen weggeworfen werden.

Typische Schäden

Angefressene und durch die Ausscheidungen der Larven (Kot, Spinnfäden, Puppenhüllen) verunreinigte Lebensmittel fallen durch Verklumpungen und unangenehmen Geruch auf. Durch die entstehende Feuchtigkeit können sich zusätzlich Pilze entwickeln und Milben ansiedeln. Außerdem geben Reismehlkäfer sog. Chinone ab, die u.a. auch im Verdacht stehen, auf den Menschen gesundheitsschädigend zu wirken. Mehl verfärbt sich zudem, verändert seinen Geruch und die Backeigenschaft. Auch die Backwaren sind in Geruch und Geschmack verändert. Befallene Lebensmittel müssen demnach vollständig entsorgt werden.

Gefahrenabschätzung

Die Schädlinge verursachen zum Teil große wirtschaftliche Schäden. Meist finden sich Reismehlkäfer vergesellschaftet mit anderen Vorratsschädlingen.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Schon beim Einkauf sollte man auf eine einwandfreie Verpackung achten, um keine Schädlinge einzuschleppen. Vorräte lagern am besten in fest verschlossenen Behältern.  Getreide und Getreideprodukte wie Flocken und Mehl sowie Trockenfrüchte und Nüsse müssen kühl und trocken gelagert und öfters kontrolliert werden. Häufiges Putzen und Lüften verhindert die Ansiedlung von Vorratsschädlingen. Der Einflug von Schädlingen von außen wird durch Fliegengitter o.ä. an den Belüftungsöffnungen der Vorratsräume verhindert.

Befallene Lebensmittel sind wegzuwerfen und Schränke und Schubladen sorgfältig zu reinigen und trocken zu halten. Auch Salzteigfiguren und Trockenblumen können eine geeignete Nahrungsgrundlage für Schädlinge sein, ebenso Tierfutter.

Befallene Nahrungsmittel können auch für 24 Stunden eingefroren werden, um Eier, Puppen und Larven zu töten, danach müssen sie jedoch weiterhin entsorgt werden. Auf diese Weise verhindert man eine mögliche weitere Verbreitung.

Eine Bekämpfung mit Bioziden ist gerade im Küchen- und Vorratsbereich von Privathaushalten aufgrund der Giftwirkung nicht angezeigt. Bei hartnäckigem Befall sollte deshalb eine professionelle  Schädlingsbekämpfung angefordert werden, die z.B. eine Bekämpfung mit wasserabweisender natürlicher Kieselsäure vornehmen kann. Hierbei werden die Schädlinge durch Austrocknen auf physikalischem Wege getötet.