StartseiteSchädlingsratgeberRapsglanzkäfer

Rapsglanzkäfer

Brassicogethes oder Meligethes aeneus (Fabricius, 1775)
Foto: Rapsglanzkäfer
© Astrid Oldenburg / agrarfotodesign.de

Aussehen

Der Rapsglanzkäfer gehört zur Familie der Glanzkäfer.

Der oval geformte Rapsglanzkäfer wird zwischen 1,5 bis 2,5 Millimeter lang. Sein metallisch glänzender Panzer kann blau, grün, schwarz oder violett leuchten. Die Beine und Fühler sind braun.

Lebensraum / Vorkommen

Der Rapsglanzkäfer kommt in Europa wie auch in Nordamerika, Nordafrika und Asien vor, besonders in Gebieten mit offenem Land, Felder, Grasland, Waldränder, Gärten und Parks.

Verhalten

Die tagaktiven Tiere überwintern als Käfer in der lockeren Bodenschicht von Waldrändern oder Hecken. Bei sonnigem Wetter im Frühjahr verlassen sie den Boden und fliegen in (bevorzugt) Rapsfelder. Sind die Blüten dann noch geschlossen, fressen die Käfer die Knospen an, später fressen sie an den Blüten. Die Käfer legen ihre Eier in die Knospen. Auch die Larven leben auf den Blüten, von deren Pollen sie sich ernähren. Da die Käfer gelbe Blüten anfliegen, können sie bei einem Massenauftreten auch gelbblühende Blumen in Gärten, auf Balkonen und in Häusern anfliegen, so wie im Sommer 2013 an der Ostseeküste bei Rostock.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Die Käfer fressen an den Blüten von Rapspflanzen und anderen Pflanzen mit gelben Blütenblättern. Dabei fressen sie Pollen, Stempel und Fruchtknoten der Blüten. Die Larven ernähren sich nur von Pollen. Bei warmen, sonnigen Wetter befallen sie besonders früh die Pflanzen, die sich dann schlechter entwickeln können.

Fortpflanzung

Der weibliche Käfer legt seine Eier in der Blütenknospe nahe am Stempel und den Staubgefäßen ab. Dazu frisst es ein Loch in den Knospenboden. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven. Sie leben wie die erwachsenen Käfer in den Blüten, von deren Pollen sie sich ernähren. Sie häuten sich mehrmals, lassen sich zum Boden fallen und verpuppen sich nach etwa drei bis vier Wochen im Erdreich. Der erwachsene Käfer schlüpft schon im Juni des gleichen Jahres und ernährt sich von den Blüten der Pflanzen. Ab Ende August fliegen die jungen Käfer zum Überwintern an Waldränder. Der Käfer wird ca. 14 Monate alt.

Natürliche Feinde

Neben Vögel spielen hier insbesondere bestimmte Parasiten eine Rolle, die auch zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Ein Gesundheitsrisiko besteht höchstens aufgrund der großflächigen Bekämpfung der Käfer mit Insektiziden.

Informationen zum Artenschutz

 

 

Typische Schäden

Angefressene Knospen, wodurch der Fruchtansatz verhindert wird, und abgefresseneBlüten (besonders Raps) im Frühjahr sind typisch. Bei massenhaftem Auftreten der Käfer kommt es zu großen Ernteschäden, so z.B. 2006 in Schleswig-Holstein. Sie fliegen auch andere gelbblühende Pflanzen an, richten dort aber meist keine Schäden an.

Gefahrenabschätzung

Der Rapsglanzkäfer gehört zu den bedeutendsten Rapsschädlingen. Bei bis zu 5 Käfern pro Rapsblütenstand kommt es zu Ertragsverlusten. Die Population hat in den letzten Jahren zugenommen, vermutlich auch, weil die Käfer gegenüber den üblichen Insektiziden resistent wurden.

Der Pollenfraß der Larven schädigt nicht. Auch der Fraß an geöffneten Blüten im späten Frühjahr/Frühsommer ist weniger schädigend.

sonstige Informationen

Rapsglanzkäfer, die sich in Gärten, auf Balkone oder in Häuser verirrt haben, sollten eingesammelt (bei Massenbefall mit dem Staubsauger) und dann in die Komposttonne entsorgt werden.

Im Ackerbau werden zur Bekämpfung auch parasitär lebende Insekten eingesetzt, die ihre Eier in die Larven der Käfer einbohren, wo sie sich vom Wirtstier ernähren, sich entwickeln und dieses am Ende (im Puppenstadium) töten. Im Jahr darauf schlüpft der erwachsene Parasitoid.