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Parkettkäfer

Lyctus linearis
Foto: Parkettkäfer
© K.V. Makarov

Aussehen

Der Parkettkäfer ist ein rot- bis schwarzbrauner, länglicher Käfer, der 2,5 bis 5 Millimeter lang wird, mit deutlich abgegrenztem Kopf und kräftigen Fühlern.  

Der Parkettkäfer gehört zu den Splintholzkäfern.
Die Splintholzkäfer der Gattung Lyctus gehören zur Familie der Bohrkäfer. Neben den ursprünglich in Mitteleuropa heimischen Arten wie dem Parkettkäfer (Lyctus linearis) haben sich durch den weltweiten Holzhandel weitere Arten eingebürgert wie der Braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus).
Link zu Brauner Splintholzkäfer: http://www.biozid.info/deutsch/schaedlingsratgeber/alle-organismen/brauner-splintholzkaefer/detail/

 

 

 

Lebensraum / Vorkommen

Ursprünglich in Mitteleuropa heimisch ist der Parkettkäfer mittlerweile auch in Nordamerika verbreitet.

Verhalten

Die Weibchen legen Eier in Spalten und Risse im Holz ab, die Larven entwickeln sich im Holz, ernähren sich davon, während sie es durchbohren, und verlassen zwischen April und August als fertiger Käfer das Holz durch kleine Ausfluglöcher. Dann paaren sie sich und legen ihre Eier ab. Die Käfer leben nur ca. ein bis zwei Wochen.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Ab einer Holzfeuchtigkeit von ca. 10 % können sich die engerlingsähnlichen Larven entwickeln, optimal bei einer Feuchtigkeit von 16 %. Frisches, sehr feuchtes Holz befallen sie nicht. Die Larven ernähren sich von der im Holz enthaltenen Stärke, während sie Cellulose oder Lignin nicht verwerten können. Die Entwicklungszeit bis zum ausgewachsenen Käfer dauert ca. ein Jahr, unter ungünstigen Umständen auch länger.

Fortpflanzung

Nach dem Schlüpfen der fertigen Käfer im Zeitraum April bis August paaren sie sich und leben nur noch ein bis zwei Wochen. Die Weibchen legen die Eier in Risse von trockenem Holz ab. Die Larven schlüpfen bald und entwickeln sich in mehreren Schritten im Holz.

Typische Schäden

Der Parkettkäfer ist ein Materialschädling, besonders von trockenem Eichenholz. Frisches Holz wird gemieden, da es für eine Entwicklung zu feucht ist. Ab einer Holzfeuchte von 7 bis 8 % können sich die Larven entwickeln und das (unbehandelte) Holz schädigen. Die Käfer verursachen ein- bis zwei Millimeter im Durchmesser große Ausschlupflöcher im Holz, aus denen feines helles Bohrmehl rieselt.

Gefahrenabschätzung

Meist wird nur unbehandeltes Parkettholz befallen, allerdings können die Schädlinge durch bereits befallene Hölzer auch in die Wohnungen eingebracht werden.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Mit thermischen Verfahren (Heißluft von 105 bis 120 Grad C, im Holzkern müssen mind. 60 Minuten lang 55 Grad C herrschen) können die einzelnen Entwicklungsstadien des Käfers bekämpft werden. Kleine Gegenstände können auch bei minus 20 Grad C für mindestens eine Woche eingelagert werden. 

Befallene Parkettstäbe in Fußböden müssen entfernt und ausgetauscht werden. Zum Nachweis eines Befalls gibt es auch Klebefallen. Risse und Fugen sollten möglichst vermieden werden, eine häufige Reinigung ist anzuraten. 

Bei hartnäckigem Befall ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung anzufragen.

Weitere Informationen: