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Ohrenkneifer, Ohrwurm

Forficula auricularia
Ohrenkneifer
Ohrenkneifer
© Gitti / PIXELIO

Aussehen

Die Ohrenkneifer sind bis 25 Millimeter lang, der in Australien lebende Riesenohrwurm (Titanolabis colossa) kann bis zu 50 Millimeter lang werden. Ohrenkneifer sind rotbraun, besitzen lange Antennen, am Hinterleibsende eine Zange sowie gelbliche Beine. Ohrenkneifer verfügen zwar über Flügel und Flugmuskulatur, werden aber kaum jemals fliegend beobachtet.

Lebensraum / Vorkommen

Ohrenkneifer leben in Gärten, Parks und Waldrändern und sind Wärme liebend. Sie sind nacht- bzw. dämmerungsaktiv und verstecken sich am Tage unter Laub, in Baumrinden und unter Steinen oder Blumentöpfen.

Verhalten

Ohrenkneifer leben in dunklen Verstecken, wo sie auch ihre Brut pflegen, am Tage sieht man sie meist nicht. Sie sind Nützlinge und fressen Blattläuse, aber auch Pflanzenteile; Obst nur, wenn die Schale bereits geschädigt ist.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Ohrenkneifer sind zwar Allesfresser, bevorzugen aber offenbar Blattläuse, Schmetterlingsraupen und Larven. Daneben stehen Pflanzenteile und auch Blüten auf dem Speiseplan. Obst kann nur angefressen werden, wenn es bereits schadhafte Stellen gibt, da die Schale nicht durchdrungen werden kann. Der bis zu 26 Millimeter große an der Ostsee vorkommende Sandohrwurm (Labidura riparia) ist ein reiner Fleischfresser.

Fortpflanzung

Ohrenkneifer erzeugen generell eine Generation im Jahr und haben ein ausgeprägtes Balzverhalten und eine Brutpflege. Die Eier und Larven werden in selbst gebauten oder auch natürlichen Höhlungen wie z. B. Baumrinde versteckt, gepflegt, sauber gehalten und zum Teil auch gefüttert.

Natürliche Feinde

Vögel, Raubinsekten und Spinnen

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Dass Ohrenkneifer in menschliche Ohren krabbeln und dort das Trommelfell zerbeißen und/oder Eier ablegen, ist eine Legende.

Informationen zum Artenschutz

Ohrenkneifer in Deutschland sind nicht gefährdet und gelten bei Gartenfreunden als Nützlinge.

Typische Schäden

Insbesondere wenn zu wenig Blattläuse vorhanden sind finden sich ausgefranste Löcher an Blättern oder auch Blüten einiger ausgewählter Pflanzen. Findet man Ohrenkneifer im Obst, so sind sie den Gängen anderer Schädlinge gefolgt.

Gefahrenabschätzung

Da der an Pflanzen angerichtete Schaden gering ist, sollten Ohrenkneifer in der Natur nicht bekämpft, sondern im Gegenteil sollte für geeignete Ruhe- und Nistplätze gesorgt werden. Hierzu kann auch die sog. Ohrenkneiferfalle im Garten genutzt werden.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Hat man Ohrenkneifer in der Wohnung, so kann man sie mit einer selbst gebauten Falle anlocken. Hierfür wird ein Blumentopf mit Stroh, Holzwolle oder Heu ausgestopft und, eventuell mit einem Netz gesichert, mit der Öffnung nach unten dort hingestellt, wo die Insekten gesichtet wurden. Wenn es hell ist, verstecken sich die Tiere dort und können dann nach draußen gebracht werden.