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Nutria oder Sumpfbiber

Myocastor coypus
Nutria (Myocastor coypus)
© Phillippe Amelant / CC BY-SA 3.0

Aussehen

Mit einer Körperlänge bis 65 cm und einer Schwanzlänge bis 45 cm ist die Nutria ein recht großes Nagetier. Sie kann bis 10 kg schwer werden. Die weichen, samtigen Unterhaare des rotbräunlichen Felles werden vom langen, rauen Deckhaar bedeckt. Die Gestalt erinnert an die des etwas größeren Bibers und der kleineren Bisamratte. Im Gegensatz zu Biber und Bisamratte besitzt die Nutria jedoch einen runden Schwanz.

Lebensraum / Vorkommen

Als Lebensraum dienen der Nutria Gewässer aller Art; sie führt eine amphibische Lebensweise. Das Schwimmen beherrscht sie meisterlich, wobei ihr die Schwimmhäute an den Hinterfüßen gute Dienste leisten. Tauchen kann sie weniger gut. Als Unterschlupf wird in der Regel ein Erdbau am Ufer gegraben, seltener ein oberflächliches Schilfnest angelegt. Die Zugänge zum Nest liegen aber immer über der Wasseroberfläche, wodurch sie sich von denen der Bisamratte unterscheiden. Oft finden sich Nutrias zu einer kleinen Kolonie zusammen.

Verhalten

Nutria, auch Biberratte oder Wasserratte genannt, ein ursprünglich aus Südamerika stammender Nager, wurde in Mitteleuropa vor allem zur Fellgewinnung in Farmen gehalten. Zur Jagd freigelassene Tiere und Farmflüchtlinge haben in den letzten hundert Jahren eine stabile Population aufgebaut.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Die Nahrungssuche geschieht vorwiegend in der Dämmerung. Hauptsächlich frisst die Nutria Pflanzen; als Beikost werden aber auch Insekten, Muscheln und andere Kleintiere nicht verschmäht. Mit dem großen Blinddarm ist sie sehr gut für die Aufnahme und Verdauung großer Mengen zellulosehaltiger Nahrung eingestellt.

Fortpflanzung

Nutrias vermehren sich rasch. Da sie daneben auch in der Ernährung recht anspruchslos sind, ist eine Farmhaltung sehr einfach. 2-3mal im Jahr kommen bis zu 13 Junge (meist 4-7) zur Welt. Sie sind bei der Geburt schon weit entwickelt und Nestflüchter.

Natürliche Feinde

Es ist anzunehmen, dass Nutrias auch bei großen einheimischen Beutegreifern auf dem Speiseplan stehen. Genauere Untersuchungen hierzu fehlen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Auch in Deutschland wurden Nutrias bis in die 1990er-Jahre vor allem in der ehemaligen DDR verzehrt. Aufgrund der möglichen Übertragung von Trichionose und Leptospirose war die Fleischbeschau Pflicht.

Informationen zum Artenschutz

Der europäische Bestand sichert die Art, die im Herkunftsgebiet Südamerika lokal schon ausgerottet ist. Dadurch, dass Nutria in manchen Bundesländern dem Jagdrecht unterliegt, obliegt dem Jäger auch die Hege des Bestandes.

Typische Schäden

Zu den typischen Schäden gehören Untergrabungen von Ufern und Dämmen sowie Fraßschäden an Feldfrüchten wie Rüben, Kartoffeln, Getreide und Mais.

Gefahrenabschätzung

Nutrias vertreiben die viel mehr Schaden anrichtenden Bisamratten aus deren Lebensräumen. Sie nehmen im Wesentlichen eine nicht von einheimischen Arten genutzte Nische ein und werden von vielen Menschen durchaus als Bereicherung betrachtet.

Bekämpfung

Die Bekämpfung von Nutria unterliegt in manchen Bundesländern dem Jagdrecht.