StartseiteSchädlingsratgeberMink

Mink

Neovison vison
Mink
Mink
© Erni / Fotolia.com

Aussehen

Der Mink wird zwischen 600 g bis zu 2,3 kg schwer und ca. 30 bis 45 cm lang (Kopf und Rumpf). Er besitzt ein dunkelbraunes feines und wasserabweisendes Fell und einen buschigen, ca. 20 cm langen Schwanz. Am Kinn oder Brust hat er häufig weiße Flecken. Die Nachkommen der Farmnerze weisen eine hohe Farbvariabilität von ganz weiß über Grau- und Brauntöne bis schwarz auf. Das Weibchen ist deutlich kleiner und leichter.

Auffallend ist der schlanke, längliche Körperbau mit kurzen Ohren. Die Gliedmaßen sind kurz, zum Teil mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen.

Der Europäische Nerz ist dem Mink in seinem ursprünglichen Aussehen sehr ähnlich, aber deutlich kleiner.

Lebensraum / Vorkommen

Der Mink (Amerikanischer Nerz) ist ein Raubtier aus der Familie der Marder. Er ist nur entfernt mit dem Europäischen Nerz verwandt, der in Deutschland seit 1925 ausgestorben ist.

Der Mink stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde für die Pelzzucht in Europa eingeführt, deshalb wird er auch Farmnerz genannt. Aus der Gefangenschaft geflohen oder befreit, ist er inzwischen überall in Europa verbreitet und besonders in Ufernähe von gut bewachsenen Gewässern zu finden.

Verhalten

Der Mink kann sehr gut schwimmen und mehrere Meter tief tauchen. Er ist dämmerungsaktiv; seine Beute jagt er in der Dämmerung und nachts, während er den Tag in seinem gut versteckten unterirdischen oder unter Baumwurzeln angesiedelten Bau zubringt. Minke benutzen auch gern die Baue anderer Tiere wie Kaninchen oder Bisam. In dem oft mehrgängigen Bau wird in einem weich ausgestatteten Nest zwischen April und Mai der Nachwuchs geboren und aufgezogen. Minke sind Einzelgänger, verteidigen ihr Revier aggressiv und markieren dessen Grenzen durch die Absonderung eines stark riechenden Sekrets aus den Analdrüsen. Das Revier eines Männchens kann sich auf eine Fläche von bis zu 800 ha ausbreiten, bzw. eine Uferlänge von 2,5 km betragen.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Minke ernähren sich hauptsächlich von kleineren Säugetieren wie z.B. Mäusen, Ratten, Bisamratten und Kaninchen, aber auch von Krebsen und Fröschen, Fischen und Vögeln. Sie benötigen dafür ein großes und naturnahes wassernahes Revier.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit ist im Februar und März. Einmal jährlich werden im April und Mai nach einer Trächtigkeit von 40 bis 80 Tagen zwischen zwei bis zehn (im Durchschnitt ca. fünf) Junge geboren. Sie werden ca. sechs Wochen gesäugt und verlassen im Herbst das Nest. Nach ca. einem Jahr werden die weiblichen Tiere geschlechtsreif, die männlichen Tiere nach ca. 18 Monaten. Sie können etwa 10 Jahre alt werden.

Natürliche Feinde

Natürliche Feinde des Mink gibt es in Mitteleuropa praktisch nicht.

Informationen zum Artenschutz

Der Mink gilt als nicht gefährdet, unterliegt aber dem Jagdrecht (z.B. niedersächsisches Landesjagdrecht: Jagdzeit vom 1.8. - 28.2.).

Der Europäische Nerz ist auf der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland mit der Kategorie 0 (ausgestorben oder verschollen) klassifiziert, der letzte Nachweis eines Wildtieres stammt aus dem Jahr 1925. In Deutschland wird seit einigen Jahren eine Wiederansiedlung mit in speziellen Zuchtstationen gezüchteten und ausgewilderten Tieren versucht, u.a. im Saarland und am Steinhuder Meer. Insbesondere in Osteuropa gibt es noch wenige Rückzugsgebiete, auf europäischer Ebene genießt der Europäische Nerz daher den höchsten Schutzstatus.

Gefahrenabschätzung

Minke sind mittlerweile in Mitteleuropa etabliert. Über tatsächlich nachweisbare Schäden an geschützten Arten oder z.B. Fischbeständen sind keine belastbaren Zahlen bekannt. Seine weitere Ausbreitung wird sich nicht verhindern lassen, er sollte von daher als neues Mitglied unserer Fauna akzeptiert und entsprechend behandelt werden.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Der Mink unterliegt dem Jagdrecht und darf von Privatpersonen nicht bekämpft werden.