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Maulwurf, Europäischer

Talpa europaea
Europäischer Maulwurf
Europäischer Maulwurf
© Grimplet / Fotolia.com

Aussehen

Die Familie der Maulwürfe gehört zur Ordnung der Insektenfresser innerhalb der Klasse der Säugetiere. Er ist der einzige in Mitteleuropa verbreitete Vertreter seiner Familie.

Der Maulwurf wird ca. 10-17 cm lang und 60-120 g schwer und hat ein weiches, wolliges Fell, das grau bis braun oder schwarz gefärbt ist. Er besitzt Grabeschaufeln mit fünf Zehen, verstärkt noch durch ein Sesambein. Die Arme sitzen weit vorne neben dem Kopf, der fast ohne Hals am Körper sitzt. Maulwürfe können sehr gut riechen und hören. Mit ihren Tasthaaren erspüren sie noch die kleinsten Erschütterungen. Die im Fell versteckten Augen sind schwach, aber nicht blind. Er hat eine spitze Schnauze.

Lebensraum / Vorkommen

Der Maulwurf kommt in fast ganz Europa vor, mit Ausnahme der kalten Gebiete Eurasiens.

Verhalten

Maulwürfe leben einzelgängerisch und graben unter der Erde (10 bis 20 cm unter der Oberfläche, u.U. bis zu einen Meter tief) weitläufige Gangsysteme auf der Suche nach Insekten und deren Larven. Sie legen Vorratshöhlen für den Winter an, sind aber auch im Herbst und Winter aktiv. Im Frühjahr paaren sie sich und ziehen die Jungen in ihrer Nesthöhle auf, die sie auch zum Ausruhen benutzen. Im Winter verlegen sie bei Frost die Höhle und die Gänge meist tiefer. Maulwürfe verbringen den größten Teil ihres Lebens im Boden.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Maulwürfe ernähren sich ausschließlich von tierischer Nahrung, meist von Insekten, besonders Regenwürmern und schädlichen Larven von Maikäfer, Dickmaulrüssler, Wiesenschnake u.ä. (ca. 20 bis 50 g am Tag). Auch kleine Nager und Echsen werden gefressen. Er kann nicht lange ohne Nahrung auskommen.

Fortpflanzung

Nach der Paarung im Frühjahr werden nach etwa vier Wochen Tragzeit drei bis sechs Junge geboren. Sie sind zunächst nackt, nach ca. sechs Monaten werden sie geschlechtsreif und sind nach zwölf Monaten ausgewachsen. Es kann je nach Wetter- und Umweltbedingungen zwei Würfe im Jahr geben. Ein Maulwurf kann vier bis fünf Jahre alt werden.

Informationen zum Artenschutz

Der Maulwurf ist eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Art und darf nicht getötet werden. Ausnahmen gibt es von der Naturschutzbehörde in der Regel nur, wenn ein Deich durch die Gänge in Gefahr ist. Auch Lebendfallen dürfen aus Tierschutzgründen nicht verwendet werden, da sie von den Maulwürfen meist nicht überlebt werden.

Typische Schäden

Problematisch sind umfangreiche Gangsysteme in Deichen, die die Stabilität und Dichtigkeit in Frage stellen könnten. Abgesehen von diesen möglichen Schäden in Deichen, produzieren Maulwürfe lediglich störende Erdhaufen (z.B. in Gartenanlagen, auf Golfplätzen), ansonsten werden im Vergleich zu Wühlmäusen insbesondere Pflanzen nicht geschädigt. Die Erdhaufen unterscheiden sich von denen der Wühlmaus dadurch, dass sie höher sind und keine Wurzeln oder Pflanzenreste enthalten, auch liegt das Loch genau darunter und nicht am Rande. Allerdings führt das Loch nicht in den eigentlichen Gang, da die Erde schräg ausgeworfen wird. Oftmals sind Wühlmäuse und Maulwürfe auch vergesellschaftet, sodass eine Abgrenzung nicht immer leicht möglich ist.

Informationen zu Wühlmäusen

Biozid-Portal > Schädlingsratgeber > Nagetiere > Wühl- und Schermäuse

Gefahrenabschätzung

Maulwürfe sind Nützlinge, da sie sich nicht von Pflanzen, sondern u.a. auch von schädlichen Insekten ernähren.

Problematisch können allerdings umfangreiche Gangsysteme in Deichen werden, wenn diese die Stabilität und Dichtigkeit gefährden.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Trotz seiner unzweifelhaften Nützlichkeit sind Maulwürfe meist in Gärten und auf Golfanlagen nicht gerne gesehen. Insbesondere bei Rasenanlagen werden die Hügel als äußerst störend empfunden. Allerdings bedeutet der bestehende Artenschutz auch, dass Maulwürfe weder getötet noch in der Aufzucht der Jungen gestört werden dürfen. Für die erlaubten Vergrämungen wird versucht, Maulwürfe durch Lärm, Gestank und/oder Erschütterungen zu vertreiben.