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Marderhund

Nyctereutes procyonoides
Marderhund
Ein Marderhund im Zoo von Ueckermünde
© Pkuczynski / CC BY-SA 3.0

Aussehen

Der Marderhund hat eher kurze Beine, seine Schulterhöhe beträgt ca. 20-30 cm und seine Länge 50-65 cm, hinzu kommt der Schwanz mit 15-25 cm. Das Tier ähnelt einem Waschbären, besonders durch die Zeichnung des Gesichts. Sein Gewicht beträgt 4-10 kg. Das Fell ist dicht und weich und teils hellgrau, teils dunkelgrau gezeichnet, am Rücken auch dunkelbraun.

Lebensraum / Vorkommen

Der Marderhund (auch Enok oder Tanuki genannt) aus der Ordnung der Raubtiere gehört zur Familie der Hunde.

Ursprünglich war der Marderhund im östlichen Asien von Sibirien bis Vietnam und Japan zu Hause. Über Russland, wo er seines schönen Pelzes wegen gezüchtet und ausgewildert wurde, breiteten sich die Tiere gen Westen aus. Aus dem Jahr 1961 stammen die ersten Nachweise in Ostdeutschland. Sie leben bevorzugt in Wäldern mit dichtem Unterholz und an Uferböschungen und nutzen verlassene Bauten von Füchsen und Dachsen.

Verhalten

Der Marderhund ist ein dämmerungs- und nachtaktives Tier und scheu. Er kann nicht klettern und jagt auch nicht, sondern sucht sein Futter ähnlich wie ein Dachs. In Freiheit werden sie sechs bis acht Jahre alt. Marderhunde halten Winterruhe, wozu sie sich ihren sicheren Bau gut auspolstern und wechseln auch ihr Fell. In Breiten mit milden Wintern sind sie aber die ganze Zeit aktiv auf Futtersuche. Ihre Laute ähneln nicht dem Bellen normaler Haushunde, sondern eher einem Miauen oder Winseln. Um ihr Revier zu markieren, hinterlassen sie große Kotplätze, die sie immer wieder aufsuchen.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Marderhunde ernähren sich hauptsächlich von Insekten und Früchten, außerdem von kleinen Säugetieren, Vögeln, Schnecken, Kröten, Eiern. Sie sind somit Allesfresser, die auch Aas nicht verschmähen.

Fortpflanzung

Die Fähe bekommt nach einer Tragezeit von neun Wochen im Frühjahr ca. fünf bis zehn Junge, die von beiden Eltern umsorgt werden. Vor allem der Rüde bewacht den Bau und bringt den Jungen später auch Futter. Die Welpen verlassen nach ca. zwei Wochen erstmals ihre Höhle und sind mit sechs Monaten ausgewachsen und mit zehn Monaten geschlechtsreif. Das Elternpaar bleibt lebenslang zusammen.

Natürliche Feinde

Als natürliche Feinde kommen nur die seltenen großen Raubsäuger wie Luchs, Wolf und Braunbär in Frage. Die Welpen könnten auch eine Beute für den Uhu sein.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Da der Marderhund die gleichen Krankheiten wie der Fuchs haben kann, kann sein Kot mit Fuchsbandwurmeiern belastet sein. Bei Kontakt droht eine Echinokokkose (Hunde-, Fuchsbandwurm-Infektion). Nur theoretischer Natur ist die Gefahr einer Infektion mit Tollwut (Rabies), da Deutschland generell seit einigen Jahren als „tollwutfrei“ gilt.

Informationen zum Artenschutz

Der Marderhund unterliegt seit 1996 dem Jagdrecht und darf geschossen werden. In Österreich auch ganzjährig.

Gefahrenabschätzung

Marderhunde haben die gleichen Parasiten wie der Fuchs und können somit den Fuchsbandwurm übertragen. Eine mögliche Tollwutübertragung spielt bei den mittlerweile heimischen Tieren keine Rolle.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Der Marderhund unterliegt dem Jagdrecht und darf von Privatpersonen nicht bekämpft werden.