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Kugel- oder Buckelkäfer

Gibbium psylloides
Kugelkäfer
Kugel- oder Buckkäfer
© Louis Fernandez Garcia / CC BY-SA 3.0

Aussehen

Der zur Familie der Nagekäfer (Ptinidae) gehörende Kugel- oder Buckelkäfer (Gibbium psylloides) zählt zur Gruppe der Materialschädlinge, die - insbesondere bei massenhaftem Auftreten - an vielen Materialien nicht unerheblichen Schaden anrichten können.

Der Buckelkäfer wird wegen seiner Form auch oft Kugelkäfer genannt, und ähnelt auf den ersten Blick einer Spinne. Er ist flugunfähig. Seine behaarten langen Fühler bestehen aus 11 Gliedern, die Flügeldecken sind braunrot und glatt, während der Bauch und die Beine behaart sind. Er wird ca. 2 bis 3,4 Millimeter lang. Sie erreichen ein Alter von ca. 12 bis 18 Monaten, die männlichen Käfer werden älter als die weiblichen.

Die Larve ist weiß, bis etwa 3,5 Millimeter lang und gekrümmt und hat drei Brustbeinpaare.

Lebensraum / Vorkommen

Der Buckelkäfer stammt vermutlich aus dem arabischen und vorderasiatischen Raum und ist inzwischen weltweit verbreitet. In Deutschland kommt er nur in menschlicher Umgebung vor.

In alten Fachwerkhäusern tritt der Buckelkäfer oft massenhaft auf. Dort leben Larven und Käfer in den Strohfüllungen des Fachwerks. Sie befallen auch Häuser mit Holzbalkendecken und gefüllten Hohlräumen. Sie mögen feuchte und dunkle Örtlichkeiten, z.B. alte Lagerhäuser oder Bäckereien. Aber auch Komposthaufen u.ä. werden besiedelt.

Verhalten

Die Käfer und die Larven sind nachtaktiv. Am Tage halten sie sich in Gruppen in engen Ritzen auf. Sie können auch längere Zeit ohne Nahrung auskommen und auch kühlere Temperaturen überstehen.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Der Buckelkäfer und die Larven fressen trockene tierische und pflanzliche Stoffe und Früchte, z.B. Getreide, aber auch Wolle und Stoffe aus natürlichem Material, organische Isolierstoffe sowie tote Insekten.

Fortpflanzung

Der Käfer legt seine weißen, oval geformten und klebrigen Eier (bis zu 200 Stück) dort ab, wo eine Nahrungsquelle ist. Die Larven schlüpfen nach ca. sechs Tagen und entwickeln sich innerhalb von vier Stadien. Von der Eiablage bis zur Verpuppung vergehen in etwa drei Monate. Zur Verpuppung bohren sich die Larven in Verpackungsmaterialien oder in Holz ein. Es gibt meist eine Generation pro Jahr, bei sehr warmen Räumlichkeiten auch zwei.

Typische Schäden

Spezifisch Verunreinigungen an Nahrungsmittels und Materialschäden an Fachwerk und Textilien weisen auf die Anwesenheit des Käfers hin.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Zur biologischen Bekämpfung ist die Lagererzwespe Lariophagus distinguendus geeignet. Diese Nützlinge töten die Larven der Kugelkäfer und ähnlicher Käfer ab. Da sie kleiner sind als die Käfer, gelangen die Lagererzwespen durch alle Öffnungen in die Hohlräume hinein, durch die die Käfer in die Wohnräume gelangen. Die Lagererzwespen erkennen die Käferlarven über mehrere Meter hinweg am Geruch. Auch die biologische Bekämpfung sollte nur mit professioneller Hilfe durch anerkannte Schädlingsbekämpfer unternommen werden.

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