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Kornkäfer

Sitophilus granarius
Kornkäfer
© Sarefo / CC BY-SA 3.0

Aussehen

Der Kornkäfer ist ein Insekt aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Nahe Verwandte sind der Maiskäfer (Sitophilus zeamais) und der Reiskäfer (Sitophilus oryzae), die sehr ähnlich aussehen.

Der Kornkäfer ist rotbraun bis dunkelbraun und wird ca. 2,5-5 Millimeter lang. Der Kopf läuft in einen langen Rüssel aus, an dessen Ende die Mundwerkzeuge sind.

Kopf- und Halsschild sind punktartig eingekerbt, der Hinterleib dagegen streifenförmig. Die beinlose, gekrümmte Larve ist weiß mit einer brauner Kopfkapsel und wird ca. 2,3 Millimeter groß.

Lebensraum / Vorkommen

Der Kornkäfer ist weltweit verbreitet, aber nur in gemäßigten Breiten ein Problem, wo er vor allem in Getreide- und anderen Vorratslagern zu finden ist, mitunter auch in Wohnungen.

Verhalten

Der lichtscheue und flugunfähige Kornkäfer sucht Getreide und andere Vorräte auf, von denen er lebt und um darin seine Eier abzulegen.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Die Larven ernähren sich vom Getreidekorn, bzw. dem Lebensmittel, in dem sie sich auch entwickeln. Roggen, Weizen, Gerste  und Hafer, Buchweizen, Mais, Hirse und Reis, aber auch andere Lebensmittel wie Teigwaren, Nüsse, Trockenobst, Trockengemüse und Hülsenfrüchte können befallen werden.

Je nach Umwelt- und Nahrungsbedingungen können Kornkäfer zwischen sechs Monaten und zweieinhalb Jahre alt werden; bei Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit ist ihre Lebensdauer geringer als bei einer niedrigen Temperatur von ca. 10 oC.

Fortpflanzung

Das Weibchen legt ca. 100-200 weiße ovale Eier in jeweils ein Getreidekorn. Hierzu bohren die Käfer mit ihrem Rüssel ein Loch hinein. Die gesamte Entwicklung geschieht im Korn. Die Larven machen fünf Stadien mit Häutung durch und verpuppen sich danach. Nach etwa einer Woche schlüpfen die jungen Käfer und verlassen das aufgebrauchte Getreidekorn, um sich zu paaren. Die ganze Entwicklung dauert je nach Umgebungstemperatur zwischen 30 und 150 Tagen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Die verunreinigten Lebensmittel sind gesundheitsschädlich, da sie außer den Exkrementen und Fäden der Larven und Puppen häufig auch Bakterien, Milben und Schimmelpilze enthalten, die das durch den Kornkäfer vorgeschädigte Brutsubtrat leichter besiedeln können.

Typische Schäden

Kornkäfer hinterlassen durch Fäden und Exkremente verunreinigte Lebensmittel und  z.B. ausgehöhlte Getreidekörner.

Gefahrenabschätzung

Kornkäfer sind Getreide- und Vorratsschädlinge. Die Larven fressen während ihrer Entwicklung an den Vorräten, verderben sie zusätzlich durch eine verursachte erhöhte Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wodurch die Vorräte muffig werden und sich vermehrt Bakterien, Milben und Schimmelpilze ansiedeln. Befallene Lebensmittel müssen beseitigt werden.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Als Vorsichtsmaßnahme gegen Vorratsschädlinge müssen Lebensmittelvorräte kühl und gut verschlossen gelagert werden. Schränke sollten regelmäßig gründlich gereinigt werden. Bei Klärung der Befallsursache müssen auch Vogelnester im bzw. am Haus in Betracht gezogen und eventuell entfernt werden. Lagern in der Gefriertruhe für drei Tage bei -18 oC tötet eventuell übersehene Schädlinge in Lebensmitteln ab.

Zur biologischen Bekämpfung des Kornkäfers steht die Schlupfwespenart Lariophagus distinguendus zur Verfügung, die die Larven und Puppen der Käfer in den Getreidekörnern findet. Der Nützling bekämpft auch andere Vorratsschädlinge wie den Australischer Diebkäfer (Ptinus tectus), den Getreidekapuziner (Rhyzopertha dominica), die Kornmotte (Sitotroga cerealella), den Kräuterdieb (Ptinus fur), den Maiskäfer (Sitophilus zeamais) und den Reiskäfer (Sitophilus oryzae).

Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist wegen der Widerstandsfähigkeit der Käfer nicht angezeigt.

Bei hartnäckigem Befall sollte eine professionelle Schädlingsbekämpfung hinzugezogen werden.

Link zu:
http://www.biozid.info/deutsch/schaedlingsratgeber/alle-organismen/diebkaefer/detail/