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Kellerassel

Porcellio scaber
Kellerassel
Kellerassel
© Tschi-Em / PIXELIO

Aussehen

Kellerasseln (Porcellio scaber) zählen zur Tierordnung der Asseln (Isopoda) und sind Krebstiere. Ihr Körper ist oval und flach. Sie können bis zu 12 mm lang werden und haben sieben Laufbeinpaare. Der Rückenpanzer ist grau bis braungrau und halbringförmig gegliedert. Die Larven der Kellerasseln haben die Form der Elterntiere, sie sind allerdings winzig und farblos. Jungtieren fehlt zunächst ein Beinpaar. Dieses entwickelt sich erst nach mehreren Häutungen.

Die meisten der rund 10.000 bekannten Assel-Arten leben im Wasser. Nur die kleine Gruppe der Landasseln hat das Wasser verlassen. Ihre Kiemen haben sie allerdings behalten, sie befinden sich an den Beinen und müssen ständig von einem Feuchtigkeitsfilm bedeckt sein. Ihr Körper ist gegenüber Austrocknung sehr empfindlich, denn anders als bei Insekten ist ihr Außenpanzer nicht mit einer isolierenden Wachsschicht bedeckt. Die Kellerasseln sind daher auf Orte mit hoher Luftfeuchtigkeit angewiesen.

Zuweilen ist auch die Mauerassel (Oniscus asselus) in Gebäuden anzutreffen. Sie wird bis zu 18 mm lang und ist dunkelgrau bis schwarzbraun gefärbt. Auf dem Panzer befinden sich helle Flecken. Daran sind sie gut von der Kellerassel unterscheidbar.

Lebensraum / Vorkommen

Kellerasseln halten sich an dunklen und vor allem feuchten Orten wie z.B. einem Keller auf (siehe Ausführungen zum Aussehen) und verkriechen sich dort meist unter Gegenständen.

Verhalten

Kellerasseln sind im Zusammenhang mit der Kompostierung wichtige Humusbildner. Gefangene Tiere sollten daher wenn möglich auf den Kompost verbracht werden.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Kellerasseln ernähren sich vor allem von abgestorbener organischer Substanz wie z.B. morschem, mit Pilzen befallenem Holz oder von pflanzlichen Abfällen. Zuweilen fressen sie neben abgestorbenen auch lebende Wurzeln, etwa in Blumenkübeln. Im Haus, normalerweise im Keller, können sie sich von pflanzlichen Vorräten wie Kartoffeln, Äpfeln oder organischen Abfällen ernähren.

Fortpflanzung

Kellerasseln waren ursprünglich Wasserbewohner. Daraus resultiert ihre besondere Art der Brutpflege. Die Kellerassel-Weibchen tragen die geschlüpften Jungen auf der Körperunterseite in einer mit Flüssigkeit gefüllten Tasche.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Da Kellerasseln keine Krankheitsüberträger sind, zählen sie nicht zu den Gesundheitsschädlingen.

Gefahrenabschätzung

Kellerasseln werden nicht als gesundheitsgefährlich angesehen. Sie können allerdings als lästig oder ekelig empfunden werden und Lebensmittel verunreinigen. Das Auftreten von Kellerasseln sollte als Indikator für eine zu hohe Feuchtigkeit in der Wohnung oder im Keller angesehen werden. Da eine hohe Luftfeuchtigkeit leicht mit dem Auftreten von gesundheitsschädlichen Schimmelpilzen verbunden ist, sollten beim Auftreten von Kellerasseln Maßnahmen zur Verringerung der Luftfeuchtigkeit ergriffen werden. Dadurch kann sowohl dem Auftreten von Kellerasseln wie auch dem Auftreten von Schimmelpilzen begegnet werden.

Vorsorgemaßnahmen

Vorbeugende Maßnahmen sollten für die Tiere ungünstige Lebensbedingungen schaffen. Da Kellerasseln eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, sollten in jenen Räumen, in denen Kellerasseln auftreten, Maßnahmen zur Reduzierung der Luftfeuchtigkeit ergriffen werden. Hierzu zählt:

  • Zwei bis drei Mal täglich korrektes Stoß- bzw. Querlüften.
    Stoßlüften: vollständiges Öffnen der Fenster über einen Zeitraum von 5 bis 10 Minuten.
    Querlüften: vollständiges Öffnen der Fenster in gegenüber liegenden Räumen über einen Zeitraum von 2 bis 5 Minuten (Durchzug). Hierdurch wird die Raumluft in kurzer Zeit ausgetauscht, ohne dass die Räume auskühlen. Die Feuchtigkeit kann so schnell und wirksam entweichen. Durchzug durch Querlüften ist effektiver als Stoßlüften.
  • Lüften bei gekipptem, also nicht vollständig geöffnetem Fenster (Dauerlüften), sollte in kühlen Jahreszeiten vermieden werden, da der Luftaustausch gering ist und die Räume auskühlen.
  • Die Trocknung von Wäsche sollte in Räumen, die nicht gut gelüftet werden können, bzw. die zur Feuchtigkeit neigen, vermieden werden (z.B. in Bädern ohne Fenster).
  • Gegenstände, die Feuchtigkeit halten (z.B. Badematten) sollten möglichst trocken gehalten werden.
  • Nach dem Duschen sollte die Feuchtigkeit von den Wänden entfernt werden (z.B. kann das Wasser von Fliesen mit einem Abzieher entfernt werden).
  • Bei mehrtägiger Abwesenheit sollten die Innentüren der Wohnung offenstehen um einen Feuchtigkeitsausgleich zu gewährleisten.
  • Risse, Fugen oder Löcher in Tapeten, Wänden oder Böden sollten geschlossen werden, um Kellerasseln möglichst wenig Aufenthaltsraum zu bieten.
  • Tritt eine zu hohe Luftfeuchtigkeit infolge baulicher Mängel auf, sollten diese beseitigt werden. Zu den baulichen Mängeln zählen etwa undichte Dächer und schlecht schließende Fenster, aber auch eine ungenügend erfolgte Austrocknung nach dem Wohnungsbau.
  • An Kellerfenstern montierte Fliegengitter sind eine Barriere für Kellerasseln und können daher die Zuwanderung durch Fenster unterbinden.
  • Im Keller sollten keine für Kellerasseln zugänglichen organischen Abfälle gelagert werden.

Bekämpfungsmaßnahmen

Von chemischen Bekämpfungsmaßnahmen ist abzuraten. Ein gehäuftes Auftreten von Kellerasseln kann nachhaltig nur über die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit im Haus und veränderte Lagerhaltung von Lebensmitteln erreicht werden. Falls die genannten Vorsorgemaßnahmen und risikoarme alternative Bekämpfungsmaßnahmen nicht ausreichen, sollte ein sachkundiger Schädlingsbekämpfer zu Rate gezogen werden. Von der eigenständigen Anwendung chemischer Produkte ist abzuraten.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

  • Generell sollte der Befall zunächst genau beobachtet werden. Dazu zählt die Bestimmung der Aufenthaltsorte und Verstecke der Tiere.
  • Fangen und Töten der Tiere kann die Anzahl zeitweilig reduzieren. Wichtig ist jedoch, die Ursache des Auftretens zu beseitigen, also die Feuchtigkeit in der Wohnung bzw. im Keller, da sonst eine Neubesiedelung wahrscheinlich ist und die Räume auch weiterhin dem für die Gesundheit problematischen Schimmelpilzrisiko ausgesetzt sind.
  • Klebefallen bzw. Leimfallen haben sich als wirksam gegen Kellerasseln gezeigt. Pheromone (Sexuallockstoffe) oder Fraßlockstoffe locken die Tiere in die Klebefalle. Beim Kauf sollten insektizidfreie und feuchtigkeitsbeständige Fallen bevorzugt werden.
  • Fressfallen können eigenständig erstellt werden, indem eine Schale mit gekochten Kartoffeln an der Wand aufgestellt wird, um Kellerasseln anzulocken. Die Fressfallen sollten abends aufgestellt und morgens eingesammelt und entsorgt werden, wenn möglich wegen der Humus bildenden Funktion der Kellerasseln auf den Kompost.
  • Mineralpulver (Kieselgur, Diatomeenerde) ist ein aus Kieselalgen gewonnenes feines, aber scharfkantiges Pulver, das gegen viele kriechende Insekten wirkt. Es zerstört auf mechanische Weise den Chitinpanzer, wodurch die Tiere austrocknen. Im Handel werden verschiedene Produkte angeboten. Die Mittel sollten in der Nähe der Rückzugsorte oder Laufwege der Tiere ausgebracht werden. Wichtig: Nicht das Pulver einatmen!

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