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Honigbiene

Westliche Honigbiene (Apis mellifera)
Honigbiene
Honigbiene (Apis mellifera)
© Luc Viatour / CC BY-SA 3.0

Aussehen

Honigbienen sind überwiegend bräunlich gefärbt, wobei einige Rassen an den ersten Hinterleibssegmenten auch gelblich, orange bis rot gefärbt sein können. Die Körperlänge der Arbeiterinnen beträgt 11-13 Millimeter, Königinnen werden 15-18 Millimeter groß. Die männlichen Bienen (Drohnen) treten überwiegend zur Paarungszeit im Frühsommer auf. Sie sind größer als die Arbeiterinnen und fallen durch ihre plumpe, gedrungenere Körperform und ihre großen Augen auf. Sie besitzen keinen Giftstachel.

Lebensraum / Vorkommen

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der westlichen Honigbiene war Europa, Afrika und der Nahe Osten. Aufgrund der Bedeutung für die Imkerei ist sie heute weltweit verbreitet.

Verhalten

Die Honigbiene hat als Bestäuber von Blütenpflanzen eine wichtige Rolle innerhalb des Ökosystems und ist als Honiglieferant ein wichtiges Nutztier, das schon seit tausenden von Jahren vom Menschen genutzt wird.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Honigbienen ernähren sich, wie alle anderen Bienenarten, rein vegetarisch. Ältere Arbeiterinnen des Bienenstocks fliegen aus und sammeln Nektar und Pollen an Blütenpflanzen, die im Brutnest an jüngere Arbeiterinnen zur Ernährung der Brut verteilt werden.

Fortpflanzung

Im Frühjahr legt die Königin ihre Eier ab, aus denen unfruchtbare Arbeiterinnen schlüpfen, die Pollen und Nektar sammeln, die Larven aufziehen und den Stock verteidigen. Im Sommer werden auch einige männliche Bienen (Drohnen) aufgezogen, die eine junge Königin begatten und dabei sterben. Verbliebene Drohnen werden dann wieder aus dem Bienenstock vertrieben.

Im Frühjahr bis Frühsommer kann ein Teil des Bienenvolks mit der alten Königin als Schwarm ausziehen und gründet eine neue Kolonie. Im alten Volk wird dann eine neue Königin herangezogen.

Natürliche Feinde

Bienen stehen durchaus auch auf dem Speiseplan von Libellen, Spinnen und Vögeln, werden aber im Allgemeinen aufgrund ihres Stachels eher gemieden.

Krankheiten setzen der Honigbiene weit schlimmer zu. Diese werden durch Parasiten, Bakterien, Viren oder Pilze verursacht, wobei sowohl die Brut als auch die erwachsenen Tiere befallen werden können. Nicht zu vernachlässigen sind weiterhin eine Reihe von Schädlingen, die zu Beunruhigung, Wärmeverlust, Futtermangel, Krankheitsanfälligkeit usw. führen können. Am gefährlichsten und ubiqitär verbreitet ist die durch die Varroa-Milbe hervorgerufene Varroose, die zum vollständigen Zusammenbruch des Volkes führen kann.

Die Hauptgründe für die periodisch auftretenden erhöhten Winterverluste bei Honigbienenvölkern in Deutschland sind starker Befall mit Varroa-Milben, Infektionen mit Viren, Alter der Königin sowie Schwächung der Völker im Herbst.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Bienen gelten als weniger aggressiv als Wespen, die Stiche sind schmerzhaft, jedoch normalerweise harmlos und verursachen eine Quaddelbildung. Bei Stichen in der Mund- und Halsregion können unter besonderen Umständen lebensbedrohende Schwellungen auftreten. Bei Menschen, die allergisch gegen Wespen- und Bienenstiche reagieren, können lebensbedrohliche Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock ausgelöst werden.

Informationen zum Artenschutz

Als wichtigste Bestäuber von Blütenpflanzen sind Bienen wichtige Nutztiere. Rund 80 % aller Pflanzenarten sind auf eine Fremdbestäubung angewiesen und davon werden wiederum ca. 80 % durch Honigbienen bestäubt. Vom Menschen genutzte Produkte der Honigbiene sind neben Honig auch Bienenwachs, Pollen, Bienengift, Gelée Royale und Propolis sowie der aus Honig gewonnene Met. In Deutschland ist die Honigbiene vor allem aufgrund ihrer Bestäubungsleistung nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bienen sind geschützt und dürfen nicht bekämpft werden. Die Bienenschutzverordnung regelt die Anwendung bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel. Die Missachtung der Bienenschutzverordnung kann die Entstehung schwerer Bienenschäden zur Folge haben. Die strikte Beachtung der Verordnung ist daher das wichtigste Instrument zur Vermeidung von Bienenschäden durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Besteht Verdacht auf eine Vergiftung von  Bienenvölkern, ist das Julius Kühn-Institut einzuschalten, das nach dem Pflanzenschutzgesetz (§ 33 Abs. 2 Nr. 8) die Aufgabe hat, Bienen auf Schäden durch die Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel zu untersuchen.

Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen (UBieV) im JKI http://bienen.jki.bund.de/index.php?menuid=2

Wenn Bienen in der Nähe sind, ist Ruhe zu bewahren. Bienen stechen nur, wenn sie sich oder ihren Bau unmittelbar bedroht oder angegriffen sehen. Nervöses Herumschwirren signalisiert verteidigungsbereite Bienen. Wildes Herumschlagen, aber auch intensive Gerüche wie Parfüm, irritieren die Tiere und erhöhen die Stechgefahr.

Einzelne verirrte Bienen können problemlos mit ruhigen und langsamen Bewegungen eingefangen und abtransportiert werden. Hierzu kann man sich als Transportmittel eines Behälters wie z.B. eines Glases, Bechers oder Tasse bedienen, wobei die Öffnung erst über das Tier gestülpt und dann mit einem schmalen Stück Papier oder einer Postkarte vorsichtig zugeschoben wird. Draußen entlässt man das Tier ins Freie, in dem der Behälter geöffnet wird.

Hat eine Biene zugestochen, so bleibt der Stachel durch Widerhaken in der Oberhaut stecken. Im Gegensatz zu den Wespen, können Bienen den Stachel nicht wieder herausziehen, so dass der Stechapparat zusammen mit der Giftblase abgerissen wird. Diese Verletzung ist für die Biene tödlich. Gleichzeitig wird ein Alarmpheromon freigesetzt, das weitere Bienen anlockt und zum Stechen animiert. Deshalb sollte man sich nach einem Stich zügig aber mit ruhigen Bewegungen von Bienenansammlungen entfernen.  

Ein Bienenschwarm, der sich beispielsweise im Garten an einem Baum niedergelassen hat, ist in der Regel friedfertig und neigt nicht zum Stechen. Selbst im Augenblick der Ankunft, wenn sich also eine Wolke von bis zu 25.000 Bienen nähert, besteht kaum Gefahr. Sinnvoll ist es, so bald wie möglich einen Imker zu verständigen, der den Bienenschwarm einfängt. Wo kein Imker bekannt ist, helfen Feuerwehr, Polizei, Stadtverwaltung oder Umweltamt weiter.