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Haustaube

Columba livia domestica
Haustaube
Haustauben
© Thomas Max Müller / PIXELIO

Aussehen

Die Haustaube stammt von der Felsentaube ab und wurde vom Menschen vor ca. 5.000 Jahren domestiziert. Die verwilderte Haustaube lebt in Städten und wird auch Straßentaube oder Stadttaube genannt. Weitere in Städten vorkommende Taubenarten sind die Ringeltaube (Columba palumbus) und die ursprünglich aus Asien stammende Türkentaube (Streptopelia decaocto).

Die Haustaube gehört zur Familie der Taubenvögel (Columbiformes), die einen kräftigen und relativ kleinen Kopf aufweisen. Der Kopf bewegt sich beim Laufen in charakteristischer Weise vor und zurück. Das Gefieder ist grau bis graublau.

Lebensraum / Vorkommen

Als Brutstätten von Haustauben dienen u.a. Gebäudenischen und Simse, Dachböden, Türme, Brücken, Bahnhofshallen und Markthallen. Im Bereich der Innenstädte treten punktuell sehr große Populationen an Haustauben auf, die zu beträchtlichen Schäden führen können. Schätzungen zufolge leben in manchen Großstädten bis zu 60.000 Haustauben.

Verhalten

Die verwilderte Haustaube benötigt als Lebensraum Gebäudenischen in Dachböden, Türmen, Brücken, Hallen u.a. Aufgrund ihrer raschen Vermehrung können in Innenstädten punktuell sehr große Taubenzahlen erreichen werden, die mit Schäden an Gebäuden und einer Gesundheitsgefährdung von Menschen einhergehen. 

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Tauben sind ursprünglich Körnerfresser und ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Die in Städten lebenden Haustauben haben sich jedoch vollständig an das Nahrungsangebot in der Stadt angepasst und sind Allesfresser.

Fortpflanzung

Unter günstigen Bedingungen zieht ein Taubenpaar 3-7 Bruten mit je 2 Eiern pro Jahr auf. Die Eier werden 16-20 Tage lang bebrütet. Die Jungvögel verbleiben weitere 30-40 Tage im Nest. Eine Nische von 15x15 cm genügt zur Aufzucht der Brut.

Natürliche Feinde

Die Haustaube ist in ihrem Lebensraum relativ geschützt vor natürlichen Feinden wie Raubvögeln oder Katzen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Tauben gelten nicht per se als Gesundheitsschädlinge, die generell zu bekämpfen sind, sollten aber aus kritischen Bereichen wie Lebensmittelbetrieben ferngehalten werden. Eine einzelne Taube produziert jedes Jahr etwa 10 kg Nass- bzw. 2,5 kg Trockenkot, der zahlreiche pathogene Bakterien und Pilze enthält. Zudem werden durch Zersetzung von Bakterien toxische Endotoxine freigesetzt, die ein allergenes Potential haben. Insbesondere bei Aufräumarbeiten, z.B. von verschmutzten Dachböden, kann es zu einer erheblichen Belastung mit Staub und Keimen kommen, so dass entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen sind. Größere Sanierungsmaßnahmen sollten daher durch speziell ausgerüstete Fachleute mit entsprechender Schutzkleidung (z.B. Schädlingsbekämpfer) durchgeführt werden.

Tauben und deren Küken können zudem von Parasiten, wie der Taubenzecke (Argas reflexus) oder der Taubenmilbe, befallen sein. Zeckenbisse können zu allergischen Reaktionen und zur Übertragung von Krankheitserregern führen. Prinzipiell können Tauben auch an der aus Asien stammenden Vogelgrippe erkranken und kommen damit als Vektoren für die Übertragung dieser Influenza-A-Viren in Frage.

Weiterer Informationen

Biozid-Portal > Schädlingsratgeber > Taubenzecken
Robert Koch- Institut > Infektionskrankheiten A-Z

Typische Schäden

Taubenkot kann zu erheblichen Schäden an Bauwerken und historischer Bausubstanz führen, indem sich durch Säurebildung oder Ammoniakfreisetzung Kalk als Bindemittel auflöst. Zudem benötigen Tauben zur Deckung ihres Mineralstoffhaushaltes Grit (Partikel) und beschädigen Mauer- und Putzteile durch Fraß.

Gefahrenabschätzung

Durch regelmäßige Erfassung des Taubenbestandes lassen sich Belastungsschwerpunkte identifizieren und Vergrämungsmaßnahmen einleiten.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

"Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau
  Gehn wir Tauben vergiften im Park!
 
Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau
 
Gehn wir Tauben vergiften im Park!“

So dichtete Georg Kreisler im Jahr 1959 und zählte dazu die damals gängigen Gifte zur Taubenvergiftung wie Zyankali und Arsen auf. Dies ist zum Glück Vergangenheit. Eine aktive Bekämpfung von Tauben (bzw. allgemein von Vögeln) durch Biozide oder Bejagung ist in Deutschland aus Tierschutzgründen nicht zulässig.

Prophylaxe

Eine Eindämmung der Taubenpopulation erfolgt durch Entzug der Nahrungsgrundlage (z.B. Verbot von Taubenfütterungen) sowie einer Beschränkung möglicher Nistplätze. Hierzu werden verschiedene passive Vergrämungsmaßnahmen durch Spikes, Netze, Gitter und Drahtsysteme durchgeführt, die teilweise durch leichte Stromschläge unterstützt werden. Dies gilt als einzige langfristig effektive Art der Taubenabwehr. Den Tauben wird hierbei kein bleibender Schaden zugefügt. Andere Vergrämungsmaßnahmen wie Störgeräusche, Ultraschall und andere alarmierende Sinneseindrücke sind wenig effektiv. Grundsätzlich müssen Taubenvergrämungsinstallationen tierschutzgerecht ausgeführt sein, d.h. die Tauben dürfen sich nicht an Spikes verletzen oder in Netzen verfangen.

Vereinzelt werden zur Taubenbekämpfung auch deren Eier aus den Nestern entnommen und durch Gipseier ersetzt.