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Halmfliegen

Chlroropidae
Gemeine Halmfliege
Für ihre Masseneinflüge gefürchtet ist die Gemeine Halmfliege (Thaumatomyia notata)
© LAVES-Fachbereich Schädlingsbekämpfung, Knud Stelling

Aussehen

Die Familie der Halmfliegen gehört zur Ordnung der Zweiflügler und umfasst weltweit etwa 2.000 Arten, von denen 178 in Deutschland vorkommen.

Zu den bekanntesten Arten in Deutschland gehören Fritfliege (Oscinella frit), Gelbe Weizenhalmfliege (Chlorops pumilionis), Gemeine Halmfliege (Thaumatomyia notata), Russische Halmfliege (Meromyza saltatrix) und Schilfgallenfliege (Lipara lucens).

Die Halmfliegen sind kleine, nur etwa 2 Millimeter lange, meist gelb-schwarz gefärbte Fliegen mit grünen, blauen oder schwarzen Augen, deren Maden vielfach in Getreide und Futtergräsern minieren.

Lebensraum / Vorkommen

Halmfliegen leben auf Wiesen, in Massen sieht man sie vor allem im Herbst, sie können dann auch in Häuser eindringen. In den letzten Jahren wurde mehrmals von Massenvorkommen der Gemeinen Halmfliege in einzelnen Häusern in den Bundesländern Bayern und Sachsen berichtet.

Verhalten

Halmfliegen können in Massen auf Dachböden vorkommen, in Zwischenwänden, in Spalten und Ritzen von Häusern. Im Herbst sehen Hauswände beim Anflug der Fliegen oft schwarz aus. Sie bevorzugen als Winterquartier meist über mehrere Generationen dieselbe Örtlichkeit, gern helle und hohe Gebäude.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Halmfliegen ernähren sich besonders von Nektar, Honigtau und anderen süßen Flüssigkeiten. In ihren Winterverstecken fressen und vermehren sie sich nicht. Sie haben eine Lebenserwartung von ca. 4 bis 6 Monaten.

Fortpflanzung

Die Larven entwickeln sich im Inneren von Gräsern, Getreide und anderen lebenden Pflanzen wie Blüten, Pilzen und Früchten. Manche Arten auch in abgestorbenen Pflanzenresten.

Die Larven der Gemeinen Halmfliege (Thaumatomyia notata) leben von Blatt- und Wurzelläusen. Sie verpuppen sich im Erdboden, wo ein Teil auch überwintert.

Natürliche Feinde

Zu den natürlichen Feinden zählen in erster Linie Vögel.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Gesundheitsrisiken für den Menschen sind keine bekannt. Wenn allerdings die Fliegen massenhaft in ein Haus eindringen, können sie Bewohnern sehr lästig werden. Da die Tiere oft immer dieselben Häuser befallen, können sich für Immobilienbesitzer hieraus auch finanzielle Nachteile ergeben.

Wenn sich Halmfliegen in Ecken und Spalten von Wohnungen zum Winterschlaf verstecken, hinterlassen sie dort ihren Kot, der die Basis für Schimmelpilze bilden kann.

Typische Schäden

Ernteschäden vor allem in Süddeutschland gibt es durch die Gelbe Weizenhalmfliege z.B. am Sommerweizen, verursacht durch Larven, die im oberen Halmteil fressen und damit die Ährenausbildung schädigen. Nur in Einzelfällen führt dies aber zu größeren Ertragseinbußen.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Das Eindringen der Fliegen kann durch bauliche Maßnahmen wie das Verschließen von Einschlupfmöglichkeiten und das Anbringen von Fliegenfenstern oder –gaze (Maschenweite kleinergleich 1 mm) unterbunden werden. Sind die Fliegen massenhaft in ein bewohntes Gebäude eingedrungen, so können diese mit einem Staubsauger eingefangen werden. Auf die Ausbringung von gesundheitsgefährdenden Insektiziden sollte in bewohnten Räumen bei Lästlingen grundsätzlich verzichtet werden.