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Getreideschimmelkäfer

Alphitobius diaperinus
Schwarzglänzender Getreideschimmelkäfer (Alphitobius diaperinus)
© USAD

Aussehen

Der Käfer ist schwarz bis dunkelbraun gefärbt und oft glänzend. Er wird 5 bis 6 Millimeter groß und ähnelt dem Mehlkäfer. Die gelbe, lang gestreckte Larve wird bis zu 15 Millimeter groß. Die Larven dieses und anderer Mehlkäfer werden als sog. Mehlwürmer gezüchtet und als Tierfutter oder als Köder zum Angeln vermarktet.

Lebensraum / Vorkommen

Der Käfer ist weltweit vertreten.

Verhalten

Der Käfer liebt Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit und hält sich daher gern in Bäckereien und Geflügelzuchtbetrieben auf. Er  vermehrt sich auch in Dämmmaterial und Bodenbelägen, wobei die Larven Schäden an Isoliermaterialien anrichten.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Das Tier frisst besonders gern schimmlige und verfaulende Nahrungsmittel, im Allgemeinen Getreideprodukte, wobei der Kot und das Fraßmehl die Nahrung verunreinigt. Die Larven fressen sich allerdings auch durch Isolier- und Verpackungsmaterialien.

Fortpflanzung

Einen Tag nach der Paarung legt das Weibchen 14 bis 20 klebrige, ca. 1,5 Millimeter große weiße Eier einzeln mit Hilfe einer Legeröhre an einer Nahrungsquelle ab. Bei warmen Temperaturen schlüpfen die Larven nach ca. fünf Tagen und bohren sich durch das Nahrungs- bzw. Verpackungsmaterial. Nach sieben Häutungen verpuppen sich die Larven.
Bei einer Temperatur von 32 oC braucht es nur 34 bis 53 Tage vom Ei bis zum fertigen Käfer, bei ca. 15 oC ca. 122 bis 137 Tage. Bei einer Temperatur von 10 oC und kälter kann er sich nicht entwickeln.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Da der Käfer und die Larven beim Fressen durch ihren Kot und das Fraßmehl die Nahrung verunreinigen, werden Lebensmittelvorräte für Menschen gesundheitsgefährdend verschmutzt werden. Außerdem gilt der Käfer als Überträger von pathogenen Mikroorganismen. Die Tiere können Salmonellen, Coccidien und Escherichia coli-Bakterien übertragen. In Geflügelfarmen können sie daher den Bestand gefährden.

Durch befallene Lebensmittel oder Tierfutter können Käfer bzw. Larven auch in Privathaushalte verschleppt werden. Die verunreinigten Nahrungsmittel müssen weggeworfen werden.

Typische Schäden

Der Getreideschimmelkäfer hinterlässt verunreinigte Nahrungsmittel und beschädigte Materialien.

Gefahrenabschätzung

Der Getreideschimmelkäfer ist ein Vorratsschädling und Materialzerstörer insbesondere in Ställen von Schweinen und Geflügel. Er kann Salmonellen, Coli-Bakterien und zoopathogene Viren übertragen. Er kann auch durch Tierfutter eingeschleppt werden.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Zur Vorsorge sollten Wände, Böden und Decken von Tierställen abgedichtet werden. Befallene Materialien und Nahrungsmittel müssen sicher entsorgt werden.
Bei hartnäckigem Befall müssen Stallungen durch Fachbetriebe mit Insektiziden behandelt werden. Im Privathaushalt reicht es in der Regel aus, alle befallenen Materialien zu entfernen und gründlich zu reinigen.