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Gelbfiebermücke

Stegomyia aegypti, früher Aedes aegypti
Foto: Gelbfiebermücke
© CDC

Aussehen

Die Gelbfiebermücke gehört zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera) und zur Familie der Stechmücken (Culicidae).

Die dunkel gefärbte Stechmücke mit schwarz-weiß gestreiften Beinen ist etwa 3-4 mm groß. Sie ähnelt der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), von der sie sich insbesondere durch die weiße Zeichnung auf dem Brustschild, die einer Leier ähnelt, unterscheidet.  

Unsere heimische Ringelmücke Culiseta annulata ist ebenfalls an den Beinen gestreift, hat aber keine Zeichnung auf der Brust und ist mit einer Größe von ca. 10-13 mm wesentlich größer. Außerdem ist sie eher beige bzw. grau gefärbt.

Lebensraum / Vorkommen

Die Gelbfiebermücke stammt ursprünglich aus Gebieten Afrikas südlich der Sahara. Die an den Menschen angepasste Gelbfiebermücke hat sich mittlerweile weltweit in subtropischen und tropischen Gebieten ausgebreitet. Verantwortlich für die weltweite Verschleppung ist im Wesentlichen der Transport von Waren, in denen die trockenresistenten Eier der Stechmücke abgelegt sind (z. B. Gebrauchtreifen). In Europa wurde sie sporadisch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gefunden, ist dann aber aus unbekannten Gründen wieder vollkommen verschwunden. Mittlerweile hat sie allerdings auf Madeira stabile Populationen ausgebildet, und auch in Teilen Südrusslands und Georgien tritt sie auf. Darüber hinaus sind sporadisch in den Niederlanden vereinzelte Individuen gefangen worden. In Deutschland ist die Gelbfiebermücke bislang nicht nachgewiesen worden.

Verhalten

Die vorwiegend tagaktiven Gelbfiebermücken-Weibchen stechen bevorzugt in Innenräumen den Menschen, aber auch z. B. Hunde und andere domestizierte Tiere (hauptsächlich Säugetiere) werden als Wirte genutzt. Wie die Asiatische Tigermücke Ae. albopictus ist auch die Gelbfiebermücke ein sog. Container-Brüter, der seine Eier gern in Behältern wie ungenutzte Blumentöpfe, Eimer, Regentonnen aber auch  in unbehandelten Swimmingpools oder Entwässerungsgräben ablegt.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Die Gelbfiebermücke ernährt sich im Allgemeinen von Nektar und Pflanzensäften. Nur die Weibchen saugen Blut, da sie dieses für die Eibildung brauchen. Die Larven ernähren sich im Wasser von Mikroorganismen und organischem Material.

Fortpflanzung

Nach einer Blutmahlzeit legen die Weibchen etwa 1 mm große, schwarze Eier dicht oberhalb kleiner Wasseransammlungen ab. Diese sind gegen Austrocknung resistent, so dass sie ohne weiteres Trockenperioden von mehreren Monaten überdauern können. Werden sie unter Wasser gesetzt (z. B. durch Überschwemmung), schlüpfen aus ihnen die Larven. Es folgt eine Entwicklung über vier Larven- und ein Puppenstadium. Die gesamte Entwicklung ist an das Vorhandensein von Wasser gebunden. Aus den Puppen schlüpfen die flugfähigen Stechmücken, die je nach Umweltbedingungen zwischen 2-4 Wochen leben. Ein Weibchen legt jeweils nach einer Blutmahlzeit insgesamt bis zu fünf Mal Eier ab. Bei ausreichender Blutmenge produziert es Zeit seines Lebens bis zu 1000 Eier.

Natürliche Feinde

Bestimmte Stechmückenlarven (z. B. der Gattung Toxorhynchites und Megarhinus) oder kleine, larvivore Fische fressen die Larven von Ae. aegypti.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Das Auftreten von Ae. aegypti in urbanen Bereichen und unmittelbarer Nähe zum Menschen macht diese Stechmücke zu einem effektiven Überträger von humanpathogenen Krankheitserregern. Die Gelbfiebermücke gilt als Überträger diverser Viren, darunter Gelbfieber-, Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren. Diese Erreger können schwere z. T. Erkrankungen bis hin zum Tod beim Menschen verursachen. 

Gegen Gelbfieber kann man sich impfen lassen, wohingegen gegen Erreger wie z. B. das Dengue-, das Chikungunya- und das Zika-Virus kein Impfstoff zur Verfügung steht.

Link: Asiatische Tigermücke: http://www.biozid.info/deutsch/schaedlingsratgeber/alle-organismen/asiatische-tigermuecke/detail/  

Gefahrenabschätzung

Eine Übertragung von Krankheitserregern durch Ae. aegypti ist nur möglich, wenn die Stechmücken in ausreichender Dichte zeitgleich dort auftreten, wo sich infizierte Personen aufhalten. In diesem Zusammenhang müssen geeignete klimatische Bedingungen für die Entwicklung sowohl der Stechmücke als auch des Erregers herrschen. 

In Ländern, in denen Gelbfiebermücken vorkommen, kann man durch einen Stich der Stechmücke mit Erregern infizieren, die dort auch auftreten. Die Zahlen der Krankheitsfälle beispielsweise von Dengue-, Chikungunya-, Zika- oder Gelbfieber haben im Zuge der Ausbreitung der Gelbfiebermücke weltweit stark zugenommen. Auch die Anzahl der importierten Fälle (Reiserückkehrer) nach Deutschland ist in den vergangenen Jahren massiv angestiegen. Eine Übertragung der Erreger durch die Gelbfiebermücke in Deutschland ist aber nicht möglich, da diese Stechmücke hierzulande nicht auftritt. 

Im Gegensatz zu der Asiatischen Tigermücke Ae. albopictus ist Ae. aegypti nicht in der Lage, Winter in gemäßigten Zonen zu überdauern. Sollte die Stechmücke aber in südlichen Teilen Europas eingeführt werden, geht man davon aus, dass hier die klimatischen Bedingungen für ihr Überleben geeignet sind.

Vorbeugende Maßnahmen

Vor einer Reise in tropische Gegenden bzw. in Gelbfiebergebiete wird empfohlen, sich gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Von Risikoländern wird bei der Einreise eine Impfbestätigung verlangt. Schutz vor Stichen bieten entsprechende Kleidung, Moskitonetze über den Betten und Fliegengitter, die das Eindringen ins Haus verhindern.

Bei alternativen Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Gelbfiebermücke gelten die allgemeinen Regeln zur Vermeidung der Entwicklung von Stechmücken. Alle als Brutstätten nutzbaren stehenden Gewässer sind zu vermeiden bzw. Regenfässer oder Vogeltränken sollten mindestens wöchentlich restlos entleert werden. Container können mit Deckeln oder Netzen ein- und ausflugsicher gemacht werden.