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Gartenlaubkäfer

Phyllopertha horticola
Gartenlaubkäfer
Gartenlaubkäfer
© H. Krisp / CC BY-SA 3.0

Aussehen

Der Gartenlaubkäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) – wie auch sein großer Bruder, der Maikäfer. In manchen Regionen wird er auch „Junikäfer“ genannt, wie allerdings auch andere Arten aus der Familie, so vornehmlich der Gerippte Brachtkäfer (Amphimallon solstitiale).

Der Gartenlaubkäfer sieht dem aus der gleichen Familie stammenden Maikäfer ähnlich. Er wird zwischen 8 bis 11 Millimeter lang, hat sehr kurze, breit gefächerte Fühler, rotbraune Flügel und einen grün-schwarzen und glänzenden Kopf und Unterleib. Es gibt allerdings auch eine rein schwarz-glänzende Art. Der Körper ist mit abstehenden Härchen behaart. Die weißen Larven (Engerlinge) werden bis ca. 1,5 cm lang und haben einen braunen Kopf und sechs Beinstummel. Das Hinterteil ist dunkel und verdickt, dort befindet sich der Kotsack.

Lebensraum / Vorkommen

Der Käfer lebt an Waldrändern, in offenem Gelände, Feldern, in Gärten und Hecken. Er ist in Mitteleuropa weit verbreitet, kommt aber auch in Sibirien und der Mongolei vor.

Verhalten

Der Gartenlaubkäfer schwärmt wie die anderen „Junikäfer“ nach dem Maikäfer im Juni aus. Er ist am Tage aktiv und auf Partner- und Nahrungssuche.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Der Käfer frisst an den Blättern von Laubbäumen (besonders Eichen, Birken und Haselnussbäumen) und an Blüten (Rosen), mitunter auch an Beeren (Erdbeeren) oder in Getreidefeldern an Ähren. Die Larven (Engerlinge) entwickeln sich im Boden und fressen Pflanzenwurzeln. Die Entwicklung bis zum Käfer dauert etwa ein bis drei Jahre. Der Käfer lebt dann nur etwa zwei Wochen, um sich zu vermehren und die Eier abzulegen.

Fortpflanzung

Das Weibchen legt nach der Paarung ca. 40 Eier in den Boden, oft in den Rasen, etwa 5 bis 10 cm tief. Dort schlüpfen dann die Larven, fressen feine Wurzeln und verpuppen sich.

Natürliche Feinde

Der Käfer und die Larven sind Nahrung für Vögel, Maulwürfe und Spitzmäuse.

Typische Schäden

Die Käfer richten in Gärten Schäden an Blättern und Blüten (z.B. Rosen, Wildrosen) und Gehölzen an, mitunter auch an Erdbeeren, während die Larven durch ihren Fraß an Graswurzeln den Rasen schädigen können. Der Rasen wird bei sehr starkem Befall gelblich oder bekommt kahle Stellen. Auch die Wurzeln von Stauden können befallen werden.

Gefahrenabschätzung

Die Schäden an Bäumen und Blumen halten sich meist in Grenzen und gefährden die Pflanzen nicht. Nur bei seltenerem massenartigem Befall richtet der Käfer etwas größere Schäden an. Eine Bekämpfungsmaßnahme ist daher auch nur sehr selten angebracht. Dies gilt auch für die Larven.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Zur Bekämpfung der Larven müssen die befallenen Rasenbereiche entfernt werden. Die Käfer können durch das Aufstellen von Lockfallen mit Pheromonen angelockt und dann eingesammelt werden. Bei einem Massenbefall kann eine biologische Bekämpfung mit insektenparasitischen Fadenwürmern (Heterorhabditis bacteriophora) in Betracht gezogen werden.