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Flöhe

Ctenocephalides felis (Katzenfloh); C. canis (Hundefloh); Pullex iritans (Menschenfloh)
Mikroskopaufnahme eines Flohs
© CDC / DVBID, BZB, Entomology and Ecology Activity, Vector Ecology & Control Laboratory, Fort Collins, CO.

Aussehen

Flöhe werden 2-4 mm groß, sind braun bis schwarz gefärbt und flügellos. Mit ihren spezialisierten, kräftigen Hinterbeinen können sie aber Sprünge von bis zu einem halben Meter Weite durchführen. Charakteristisch sind der harte Chitinpanzer und der seitlich abgeplattete Körper, der es ihnen erlaubt, sich selbst durch dichtes Haarkleid fortzubewegen. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale bei Flöhen sind die nach hinten gerichteten Borsten und Zahnkämme (Ctenidien), die dem Halt im Haarkleid dienen. Die Mundwerkzeuge bestehen aus einem kombinierten Stech- und Saugrüssel. Beim Saugen steht der Floh quasi auf dem Kopf. In Mitteleuropa sind ca. 70 Floharten bekannt, weltweit über 2000. Zu den bekanntesten Floharten zählen der Katzenfloh (Ctenocephalides felis), der Hundefloh (C. canis), der Menschenfloh (Pulex irritans) und der tropische Rattenfloh (Xenopsylla cheopsis).

Lebensraum / Vorkommen

Flöhe sind Parasiten, die auf Säugetieren oder Vögeln bzw. in deren Nestern und Schlafstätten leben. Es wird zwischen Nest- und Pelzflöhen unterschieden, wobei Katzen-, Hunde- und Menschenfloh zu den Nestflöhen zählen, der Rattenfloh hingegen zu den Pelzflöhen. Nestflöhe leben in Verstecken in dunkler, trockener und möglichst ungestörter Umgebung und springen in der Nacht auf den Schläfer, um Blut zu saugen. Die Eiablage erfolgt vorwiegend im Versteck. Aus diesem Grund findet man Eier, Larven und Puppen von Katzen- und Hundeflöhen hauptsächlich in den Schlafstätten der Tiere, sowie der Umgebung, wie in Teppichen, in Bodenritzen und auf Polstermöbeln. Pelzflöhe (Rattenfloh) dagegen leben dauerhaft im Fell von Tieren. Sowohl Hund-, Katzen als auch Rattenfloh können auf den Menschen überspringen.

Verhalten

Flöhe sind selten streng wirtsspezifisch. In Europa ist der häufigste auf dem Menschen parasitierende Floh der Katzenfloh (C. felis), Menschen- und Hundefloh kommen seltener vor. Typisch für Flohstiche sind mehrere Stiche auf einer Linie hintereinander (Flohleiter), da sich der Floh leicht stören lässt und immer wieder Probestiche durchführt, bevor er ein Blutgefäß getroffen hat und Blut saugen kann.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Alle Floharten sind obligate Parasiten, sie stechen ihre Wirte, um Blut zu saugen. Haben Flöhe Gelegenheit, saugen sie täglich Blut, und ein einziger Floh kann ein Haustier mehr als 300 Mal stechen. Andererseits können manche Arten (z. B. einige Vogelflöhe) bis zu 18 Monate ohne Nahrung auskommen. Floheier und adulte Tiere werden bei Temperaturen ab 45° C abgetötet.

Fortpflanzung

Nach der Begattung und erfolgter Blutaufnahme legt das Flohweibchen 6-8 Eier kurz aufeinander folgend ab. Im Lauf seines Lebens kann ein Weibchen bis zu 400 Eier produzieren. Die Larvenentwicklung findet meist im Nest oder Schlafplatz des Wirtes statt, trotzdem findet man besonders bei Katzen immer wieder größere Mengen an Eiern und Larven im Fell. Die Larven ernähren sich von organischem Material, hauptsächlich aber von dem Kot der adulten Flöhe, der große Mengen an unverdautem Blut enthält. Der Entwicklungszyklus dauert je nach Temperatur, Feuchtigkeit und Nahrung von zwei Wochen (bei 20-27 °C) bis zu mehreren Monaten. Die Larven verpuppen sich nach drei Häutungen. Die Puppenruhe kann innerhalb von Tagen abgeschlossen sein, dauert aber mitunter auch mehrere Monate. Erschütterungen, z. B. Fußtritte auf dem Boden, bewirken den Schlupf der adulten Tiere (Imagos) aus den Puppen. Insbesondere in der Puppenhülle können schlupfbereite erwachsene Flöhe wochenlang ausharren, bis sie innerhalb kürzester Zeit nach Auftreten eines Schlüsselreizes schlüpfen und ihre Wirte befallen. So wird von massenhaftem Auftreten von Flöhen auf Haustieren bei Rückkehr aus dem Urlaub berichtet. Die Lebensdauer der adulten Flöhe beträgt durchschnittlich mehrere Wochen, und kann unter günstigen Bedingungen 3-4 Monate dauern. Der Haustierbefall ist meist im Spätsommer am stärksten; im Freien können adulte Flöhe den Winter nicht überleben, in Häusern hingegen ist eine Flohentwicklung durchaus ganzjährig möglich.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Flöhe lösen durch ihre Stiche einen Juckreiz aus, der insbesondere im Schlaf zum Kratzen führt. Dadurch kann es zu Entzündungen der Haut kommen. Aufgrund der guten hygienischen Bedingungen hat die Übertragung von Krankheiten durch Flöhe in Mitteleuropa heutzutage praktisch keine Bedeutung mehr. Von historischer Bedeutung ist die Übertragung des Pestbakteriums (Yersinia pestis) durch den tropischen Rattenfloh. Auch heute treten weltweit immer noch einzelne Pesterkrankungen auf. In tropischen Ländern werden verschiedene Krankheiten durch Flöhe übertragen, z. B. das murine Fleckfieber. Hunde- und Katzenflöhe sind Zwischenwirte des Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum), der bei Hunden und Katzen vorkommt und selten auch bei Kindern durch die orale Aufnahme von Flöhen auftreten kann. Bei Hunden und Katzen stellen allergische Reaktionen auf Flohstiche (Flohallergie gegen Bestandteile im Flohspeichel) die häufigste Allergie dar. Bereits ein Floh kann ein allergisches Flohekzem auslösen, das auch beim Menschen auftreten kann und meist einen schweren Verlauf zeigt

Gefahrenabschätzung

Ein Befall von Haustieren (Katze, Hund) mit Flöhen kann leicht ermittelt werden. Die Tiere sollten auf eine weiße Oberfläche gestellt und dann ordentlich gebürstet werden. Aus dem Fell fällt dann der Flohkot, der auf der hellen Oberfläche leicht zu sehen ist. Ein Flohbefall sollte umgehend bekämpft werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

Verschiedene Wirkstoffe (insektizide und repellente) gegen Flöhe werden derzeit hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihres Gefährdungspotentials im Rahmen der Biozid-Produkte-Richtlinie bewertet.

Antiparasitika und Flohhalsbänder für Haustiere zählen zu den Tierarzneimitteln und ihre Vermarktung bedarf einer Zulassung der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

Liegt ein Befall vor, sind primär die befallenen Tiere zu behandeln. Darüber hinaus müssen insbesondere die Schlafplätze von Haustieren intensiv gereinigt werden, denn hier kommen weit mehr Flöhe vor als auf den Haustieren. Bewährt hat sich gründliches, mehrfach tägliches Staubsaugen, um auch Larven und Puppen zu entfernen. Decken und andere waschbare Unterlagen sollten regelmäßig bei 60 °C gewaschen werden.

Wenn Anzeichen von Flohbefall in Außenbereichen festgestellt wurden, sollte eine gründliche Reinigung aller möglichen Befallsorte in Schuppen, Terrassen, Garagen, Hundehütten und anderen Plätzen durchgeführt werden. Nistkästen sollten vor dem Aufhängen im Frühjahr mit heißem Wasser gereinigt werden.

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