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Feuerwanzen

Pyrrhocoris apterus
Feuerwanzen
© Rainer Wahl / RLP-Rheinpfalz

Aussehen

Die erwachsene Feuerwanze wird ca. 9-12 Millimeter lang und besitzt lange Fühler. Der Kopf ist schwarz, der flache Hinterleib hat eine auffällige, leuchtende rotschwarze Zeichnung, die viele Variationen aufweisen kann. Mit ihren Mundwerkzeugen können sie saugen und auch stechen.

Die Larven sehen ähnlich aus, sind aber kleiner, und durchlaufen fünf Stadien ihrer Entwicklung.

Lebensraum / Vorkommen

Feuerwanzen sind besonders in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens zu Hause.

Sie bevorzugen die Bodennähe von Laubbäumen wie Linden, Rosskastanien, Akazien sowie von Malven und Hibiskus. Sie überwintern im Boden und treten meist in großen Ansammlungen auch in unmittelbarer Nähe von Häusern auf.

Verhalten

Die Familie der Feuerwanzen (Pyrrhocoridae) gehört zu der Klasse der Insekten und dort  zur Unterordnung der Wanzen. In Mitteleuropa kommen zwei Arten vor, häufigster Vertreter ist die Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus), auch Feuerkäfer(chen) oder Friedhofstierchen genannt. Eine ähnlich gefärbte Art ist die Ritterwanze (Lygaeus equestris), die zu den Ritter- oder Bodenwanzen (Lygaeidae) zählt und im Gegensatz zur Feuerwanze flugfähig ist.

An warmen Frühlingstagen verlassen die Tiere ihre Verstecke im Boden, in denen sie den Winter verbracht haben, und treten dann in großer Anzahl auf.

Sie haben, wie alle Wanzen, Stinkdrüsen, die Sekrete mit einem süßlichen unangenehmen Geruch absondern, das ihre Feinde (z.B. Vögel) abschrecken soll. Andere Sekrete dienen offenbar der Kommunikation untereinander, z.B. zur Markierung von Futterstätten.  

Feuerwanzen paaren sich in einem bis zu 30 Stunden dauernden Ritual, wobei sie sich mit jeweils in die andere Richtung abgewandten Körpern zueinander stellen.

Im Herbst suchen sich die Tiere Verstecke zum Überwintern im Boden oder unter Laub, wo sie sich meist in größerer Ansammlung zusammenfinden.

 

 

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Die Feuerwanzen ernähren sich von abgefallenen Samen sowie von Pflanzensäften und den Säften toter und lebender Tiere wie Milben, Blattläuse und auch Tiere derselben Art, die von ihnen ausgesaugt werden.

Fortpflanzung

Das Weibchen legt etwa 50 bis 60 Eier in die Erde oder in abgefallenes Laub. Die Larven entwickeln sich innerhalb eines Jahres in fünf Stadien mit jeweiliger Häutung. Es gibt kein Puppenstadium. Nach der fünften Häutung erscheint das ausgewachsene Tier. Die Larven sehen den erwachsenen Wanzen sehr ähnlich.

Natürliche Feinde

Zu den natürlichen Feinden zählen in erster Linie Vögel, aber auch Raubwanzen und Spinnen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Feuerwanzen sind keine menschlichen Parasiten und übertragen keine Krankheiten. Man sollte sie jedoch aufgrund des zur Verteidigung abgesonderten schlecht riechenden Sekrets nicht berühren.

Informationen zum Artenschutz

Nicht gefährdet.

Typische Schäden

Feuerwanzen sind keine Schädlinge. Auch wenn sie meist in größerer Anzahl auftreten, verursachen sie keine nennenswerten Schäden an Pflanzen.

Gefahrenabschätzung

Feuerwanzen sind ungefährlich. Um zu verhindern, dass sie ins Haus gelangen, sollte man abgefallenes Laub nicht nah an der Hauswand liegen lassen.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Wenn Feuerwanzen ins Haus gelangt sind, kann man sie am besten schonend mit dem Kehrblech zusammenfegen und nach draußen bringen. Da sie nicht schädlich sind, sollten sie weder im Haus noch außerhalb mit Insektensprays bekämpft werden.

Weitere Informationen:

  • Feuerwanzen
    Information des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg 0.12 MB