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Brotkäfer

Stegobium paniceum
Foto: Brotkäfer (© Siga / CC BY-SA 3.0)

Aussehen

Der 1 bis 3 Millimeter große ovale Käfer ist rot- bis dunkelbraun und behaart, die gekrümmten Larven sind gelblich-weiß und werden bis zu 5 Millimeter lang.

Wie alle Nagekäfer besitzt er einen Halsschild, der den Kopf verdeckt.

Die Larven sind weiß. Sie spinnen sich einen ovalen, gesponnenen Kokon, in dem sie sich häuten und verpuppen.

Lebensraum / Vorkommen

Der Brotkäfer ist ein Kulturfolger und fast weltweit verbreitet. Er befällt Lebensmittel, von denen sie sich die Larven ernähren. Besonders gefährdet sind Vorräte bzw. Vorratslager z.B. in Bäckereien (Name!).

In der Natur befällt er vor allem Vogelnester.

Verhalten

Der Brotkäfer gehört zur Familie der Nagekäfer (Ptinidae), Ordnung der Käfer (Coleoptera) in der Klasse der Insekten (Insecta).

Der Brotkäfer legt Eier in Lebensmittel oder in dunkle Stellen. Auch durch verschlossene Verpackungen können die Larven eindringen, indem sie sich durch das Material nagen. In der Nahrung spinnen sie sich auch ihren Kokon. Sie verderben dadurch die Lebensmittel.

Die Käfer können gut fliegen, wodurch sie sich, ebenso wie die kriechenden Maden, im Haus stark verbreiten können.

 

 

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Der erwachsene Käfer frisst nicht mehr, sondern paart sich und legt seine Eier ab.

Die Larven ernähren sich von vielen Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Art. Getreide, Gewürze, Hülsenfrüchte, Teigwaren, Kaffee und Tee, Schokolade und Suppenwürfel, Tiertrockenfutter, Tabak, Leder u.a. sind die wichtigsten Nahrungsmittel.

Bei wärmeren Temperaturen vollzieht sich die Entwicklung zum Käfer schneller.

Fortpflanzung

Der Brotkäfer legt in seiner kurzen Lebenszeit von ca. drei Wochen bis zu 100 weiße Eier in Lebensmittel. Nach ca. drei Monaten verpuppen sich die Larven in einem Kokon, den sie aus dem Material ihrer Nahrung spinnen. Darin verbleibt das Tier bis zur Ausbildung des fertigen Käfers.

Die Entwicklung des Brotkäfers vom Ei bis zum erwachsenen Tier dauert je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit zwischen ca. 40 bis zu 200 Tage. Sie können sich bei Temperaturen zwischen 15 und 34 Grad C vermehren.

Natürliche Feinde

Keine.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Die Käfer selbst übertragen keine Krankheiten, aber verderben Lebensmittel und erregen Ekel. Die Larven verunreinigen Lebensmittel durch Kot und Gespinstfäden. Die Waren sollten nicht mehr verwendet werden.

Informationen zum Artenschutz

Brotkäfer sind Schädlinge und nicht gefährdet.

Typische Schäden

Verunreinigungen und Verklebungen durch die Gespinstfäden der Larven sind typische Merkmale eines Befalls. Die Öffnungen, durch die sich die geschlüpften Käfer entfernen, sind als stecknadelkopfgroße Löcher in den befallenen Produkten zu sehen. An Verpackungsmaterialien aus Papier oder Pappe sind Fraßspuren der Larven zu finden.

Gefahrenabschätzung

Brotkäfer sind Vorrats- und Hygieneschädlinge. Gefährdet sind insbesondere Vorräte, die längere Zeit lagern. In befallenen Lebensmitteln vermehren sich auch Milben und Schimmelpilze schneller. Aber auch in Bibliotheken können z.B. an Büchern mit Ledereinband beträchtliche Schäden erzeugt werden.

Bereits befallene Produkte und Verpackungen können in den Haushalt eingeschleppt werden. Auch durch offene oder schlecht schließende Fenster können die gut fliegenden Käfer ins Innere von Häusern gelangen.

Ein Befall kann auch ein Hinweis auf versteckte Bauschäden sein. Vor allem bei  hartnäckigem Befall sollte auch an diese Möglichkeit gedacht werden, die den Einsatz einer professionellen Schädlingsbekämpfung erfordert.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Als vorbeugende Maßnahme sollten Lebensmittel kühl (unter 18 Grad C) und trocken lagern und dicht verschlossen sein, z.B. in Gläsern mit Schraubverschluss.

Bei einem Befall müssen zuerst Ausmaß und Ursache ermittelt werden. Mit Klebefallen, die einen ungiftigen Sexuallockstoff enthalten, kann man feststellen, wie stark der Befall ist.

Bei einem übersichtlichen Befall müssen Vorratsschränke sorgfältig bis in jede Ritze gereinigt und befallene Lebensmittel und Verpackungen sofort entfernt werden. In der Nähe lagernde augenscheinlich nicht befallene Lebensmittel sollten für mindestens einen Tag in die Tiefkühltruhe (bei -18 Grad C) gelegt werden, um etwaigen geringen Befall abzutöten. Auch eine Behandlung im Backofen bei mindestens 60 Grad C über eine Stunde überleben die Schädlinge nicht.

Eine Bekämpfung mit auf den Schädling spezialisierten parasitären Schlupfwespen (Lagererzwespe)  kann auch von privater Seite vorgenommen werden, wenn der Schädling bekannt ist.  

Bei einem schweren und/oder hartnäckigen Befall ist die Einschaltung einer professionellen Schädlingsbekämpfung zu empfehlen.