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Brauner Splintholzkäfer

Lyctus brunneus
Brauner Splintholzkäfer
© Sarefo / CC BY-SA 3.0

Aussehen

Die Splintholzkäfer der Gattung Lyctus gehören zur Familie der Bohrkäfer. Neben den ursprünglich in Mitteleuropa heimischen Arten wie dem Parkettkäfer (Lyctus linearis) haben sich durch den weltweiten Holzhandel weitere Arten eingebürgert wie der Braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus).

Ein sehr schmaler, 2,5 bis 8 Millimeter langer Käfer, rotbraun bis dunkel- oder auch gelbbraun, wobei der Kopf dunkler ist. Der Käfer hat Fühler, die am Ende keulenförmig ausgebildet sind. Die Flügeldecken sind längslaufend zart punktiert. Die gekrümmten weißlichen Larven werden 4 bis 6 Millimeter lang und haben drei Beinpaare.

Lebensraum / Vorkommen

Ursprünglich in tropischen Gebieten Südostasiens heimisch, ist er durch Verschleppung weltweit verbreitet und besonders in Holzimportlagern zu finden.

Verhalten

Der Käfer wird in der Dämmerung aktiv und wird von Lichtquellen angezogen. Besonders gut entwickeln kann er sich bei einer Temperatur von ca. 26 oC. und einer Holzfeuchte von 14-16 %.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Die Larven können sich auch in trockenem Holz entwickeln (bereits ab einer Feuchte von mindestens 7 %). Sie nehmen Wasser bei der Verdauung der Stärke auf, so dass sie über mehrere Generationen auch trockenes Holz schädigen können. Die Larven fressen sich in Faserrichtung durch das Holz. Der erwachsene Käfer verlässt das Holz durch eine runde Austrittsöffnung im Juni bis August. Das Weibchen hat eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa sechs Wochen, die Männchen zwei bis drei Wochen. Sie nehmen keine Nahrung auf. Der Käfer verträgt auch Winterkälte.

Fortpflanzung

Zwei bis drei Tage nach der Kopulation prüft das Weibchen den Stärkegehalt des Holzes, indem es das Holz (auch lackierte Oberflächen) annagt, und legt dann mit Hilfe einer Legeröhre nach und nach ca. 30 bis zu 200 Eier in Rissen oder alten Fraßgängen ab. Die Larven schlüpfen nach etwa einer bis zwei Wochen und nagen sich in Faserrichtung in das Holz und verpuppen sich nach zwei bis vier Wochen. Dazu formen sie eine kleine Höhle direkt unter der Oberfläche des Holzes. Ein bis zwei Wochen ruhen die Puppen, bis die Käfer durch kreisrunde Löcher ins Freie schlüpfen.

Je nach Umwelt- und Entwicklungsbedingungen kann die Entwicklung der Larven zwischen drei und 18 Monaten oder sogar bis zu zwei Jahren dauern. Damit die Larve aus dem Ei schlüpfen kann, muss die Holzfeuchtigkeit wenigstens 8 % betragen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Der Käfer ist ein Materialschädling, Gesundheitsrisiken für Menschen gibt es keine.

Typische Schäden

Befallen wird das Holz von Eiche, Ahorn, Ulme (Rüster) und Esche, Nussbaum und Edelkastanie. Es spielt keine Rolle, ob es sich um Rohholz, Schnitt- oder Sperrholz handelt oder um Furnierparkett. Außerdem werden Importhölzer aus Afrika (Abachi, Limba und Okoume) befallen, die großporig sind und viel Stärke enthalten. Geschädigt werden auch Ramin, Rattan, Sipo-Mahagoni, Hickory, Bambusrohre und Wurzelhölzer.

Das geschädigte Holz weist kreisrunde Ausflugslöcher mit einem Durchmesser von 0,9 bis 1,7 Millimeter auf. Die parallel zu den Holzfasern verlaufenden Fraßgänge sind mit dem pudrigen Bohrmehl verstopft. Am häufigsten werden Möbel, Tür-, Fenster- und Bilderrahmen angegriffen, aber auch Leisten, Parkett und Vertäfelungen.

Oftmals werden bereits befallene Hölzer eingebaut. Die Ursache des Befalls liegt dann beim Händler, Verarbeiter oder Importeur. Schadensersatz kann dann verlangt werden, wenn der Befall beim Holzverarbeiter entstand bzw. befallenes Holz verarbeitet wurde und der Befall innerhalb der Gewährleistungsfrist, die nach VOB 2 Jahre, nach BGB 5 Jahre beträgt, sichtbar wird.

Nadelhölzer und Buche werden wegen ihrer geringen Stärkehaltigkeit nicht befallen. Der Braune Splintholzkäfer verursacht größere Schäden als der Nagekäfer (vulgo „Holzwurm“), weil er auch trockenes Holz über einen längeren Zeitraum schädigen kann.
Link zum Nagekäfer: http://www.biozid.info/deutsch/schaedlingsratgeber/alle-organismen/gemeiner-nagekaefer-im-volksmund-auch-holzwurm-genannt/detail/

Gefahrenabschätzung

Splintholzkäfer können sich massenhaft vermehren, wenn sie nicht fachgerecht bekämpft werden. Sie können sich dann ungehindert immer weiter in geeignetem Holz in ihrer Nähe verbreiten. Dadurch richten sie ganz erhebliche Schäden an. Da sich mehrere Generationen im gleichen Holz entwickeln können, wird das Holz durch die vielen Ausflugslöcher und Fraßgänge vollkommen zerstört. Es besteht dann nur noch aus einer dünnen Holzhaut, das Holz selbst ist vollständig pulverisiert. Von außen ist der Befall häufig nicht leicht festzustellen.

Holz, das älter als zehn Jahre ist, wird wegen des geringer gewordenen Nährstoffgehalts selten befallen.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Splintholzkäfer und andere Holzschädlinge werden biozidfrei mit Heißluftverfahren (thermischer Holzschutz) durch ausgewiesene Fachleute bekämpft. Zur Behandlung von kulturhistorischen Gegenständen ist auch ein Begasungsverfahren möglich.

Zur Vorbeugung kann Holz mit einem geringen Stärkegehalt verwendet werden. Nadelhölzer und Buche haben von Natur aus einen geringen Stärkegehalt. Bei mindestens zehn Jahren gelagerten Hölzern hat sich der Stärkegehalt ebenfalls so weit verringert, dass es nur selten befallen wird.