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Bisam

Ondatra zibethicus
Bisam
© Dave Menke - US Fish and Wildlife Service

Aussehen

Der Bisam, volkstümlich oft auch Bisamratte genannt, gehört zoologisch nicht zu den Ratten, sondern zu den Wühlmäusen, von denen er die größte europäische Art ist. Nach dem Biber und dem Nutria ist er das drittgrößte mittlerweile »einheimische« Nagetier. Etwa wildkaninchengroß, wird er im Wasser von Laien häufig mit dem Nutria oder auch mit jungen Bibern verwechselt. Das Fell ist rötlichbraun und sehr dicht und glänzend. Zwischen den Zehen befinden sich keine Schwimmhäute, sondern Schwimmborsten. Der Schwanz ist seitlich ein wenig abgeflacht und beschuppt. Der Biber hat im Gegensatz hierzu einen von oben nach unten abgeplatteten Schwanz von der Gestalt einer Keule, während der Schwanz des Nutria rund ist. Ausgewachsene Bisame sind etwa 35 cm lang. Der Schwanz wird über 20 cm lang.

Lebensraum / Vorkommen

Der Bisam ist gänzlich an ein Leben im und am Wasser angepasst. Er ist ein hervorragender Schwimmer und Taucher. Bei Wanderungen benutzt er Wasserwege, Kanäle und Gräben, geht aber auch größere Strecken über Land. Der Bisam benutzt hohle Bäume und selbst gegrabene Erdbaue als Unterschlupf. Es werden auch bis zu 2 m hohe »Winterburgen« aus Schilf, Binsen, Stroh und Zweigen gebaut. Die Eingänge liegen dabei immer unter Wasser.

Verhalten

In der Regel ist der Bisam nacht- und dämmerungsaktiv, kann aber in störungsfreien Gebieten auch tagsüber beobachtet werden. Der Bisam kann durch seine Grabungsaktivitäten Wasserbauwerke, wie z. B. Deiche beschädigen. Deichbrüche und daraus entstehende Überschwemmungen können die Folge sein.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus pflanzlichen Stoffen. Es werden vor allem Wasserpflanzen, aber auch Feldfrüchte verzehrt. Seltener werden Muscheln und Schnecken gefressen. Nur in Ausnahmefällen ist belegt, dass Bisame auch Fische verzehrt haben.

Fortpflanzung

Ursprünglich aus Nordamerika stammend hat sich der Bisam seit 1905 über fast ganz Europa ausgebreitet. Die schnelle Verbreitung wurde durch eine gewaltige Vermehrungsrate möglich und weil diese Art eine freie ökologische Nische besetzen konnte. In der Regel werden dreimal im Jahr 7-8 Junge geworfen. Diese sind schon im folgenden Jahr geschlechtsreif. Bisamratten werden nur etwa 3 Jahre alt.

Natürliche Feinde

Zu den natürlichen Fressfeinden der Bisamratte zählen Rotfuchs, Fischotter und Uhu und auch der ebenfalls aus Nordamerika eingeführte Mink.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Der Bisam wird als Zwischenwirt des Fuchsbandwurms angesehen.

Informationen zum Artenschutz

Bisame werden seit 1939 in Deutschland u.a. durch amtlich bestellte Fänger als Schädlinge bejagt.

Typische Schäden

Der Schaden, den der Bisam hervorruft, ist in erster Linie durch ihre Wühltätigkeit bedingt. Unterhöhlte Deiche, Dämme und Uferbefestigungen können zusammenbrechen und dadurch Überschwemmungen hervorrufen. Die Reparatur der Schutzbauten kostet jährlich Beträge in Millionenhöhe. Des Weiteren kann es zu Fraßschäden an Getreide und Gemüse kommen.

Gefahrenabschätzung

Unbestritten sind die Schäden durch die unterhöhlende Tätigkeit der Bisamratten an Ufern, Dämmen und Deichen.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Die als natürliche Feinde des Bisams geltenden Fischotter, Fuchs und Uhu können bei Schaffung geeigneter Lebensräume für diese Gegenspieler zur Eindämmung großer Bisampopulationen beitragen. Mit Fallen können einzelne Tiere bekämpft werden, ein massiver Befall ist damit nicht zu tilgen.

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