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Ameisen, Rotkopfameise

Crematogaster scutellaris
Rotkopfameise
© Antweb/ www.antweb.org/images.do

Aussehen

Die Rotkopfameise Crematogaster scutellaris gehört zur Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae), bei denen die „Wespentaille“ durch zwei knotenförmige Segmente ausgebildet ist. Die Arbeiterinnen der Rotkopfameise sind 2,8-4  mm groß und bis auf den roten Kopf dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Männchen haben eine Körperlänge von 4-5 mm, die Königinnen von 8-10 mm.

Lebensraum / Vorkommen

Die Rotkopfameise ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Sie baut Kartonnester in Hohlräumen von Bäumen, z. B. in abgestorbenen hohlen Ästen oder auch unter der Rinde. Nur sehr selten werden Rotkopfameisen in Mitteleuropa gefunden. Die Einschleppung erfolgt dann  vermutlich über Lieferungen von Holz, Obst oder Kork. Außerdem ist auch eine Mitnahme im Gepäck von Reisenden möglich. Während sie im Mittelmeerraum überwiegend in Bäumen oder im Totholz nistet, kann sie sich in Mitteleuropa nur in Gebäuden dauerhaft etablieren. Hier wird sie als gelegentlicher Haushaltsschädling eingestuft, kann jedoch durch die Bildung von Nestern in Isoliermaterial von Gebäuden auch Bauschäden hervorrufen. In Deutschland ist von einzelnen Vorkommen entlang des Rheins berichtet worden.

Verhalten

Obwohl Ameisen in unseren Ökosystemen eine wichtige Rolle spielen, ist die Einwanderung fremder Arten unerwünscht. In Deutschland spielt die Rotkopfameise bisher klimabedingt noch eine untergeordnete Rolle.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

In der Natur ernähren sich Rotkopfameisen überwiegend von Honigtau, der von Blattläusen ausgeschieden wird sowie von lebenden und toten kleinen Insekten oder Spinnentieren. Leben sie in der Umgebung des Menschen, sind auch Wurst, Käse und zuckerhaltige Lebensmittel attraktive Nahrungsquellen.

Fortpflanzung

Die Entwicklung von Ameisen erfolgt vom Ei, über Larvenstadium und Puppe bis hin zur Erwachsenenform. Die Rotkopfameise schwärmt im Herbst. Nach dem Paarungsflug errichtet die fortpflanzungsfähige Ameisenkönigin ein Nest und beginnt mit der Eiablage. Die Rotkopfameise ist monogyn, das heißt, es gibt nur eine Königin pro Kolonie.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Die Rotkopfameise wird als gelegentlicher Haushaltsschädling eingestuft der klimabedingt in Deutschland nur in Gebäuden nistet. Die von den Arbeiterinnen bei Störungen der Nestanlagen abgesonderten Sekrete können bei Menschen zu Hautirritationen führen, so dass bei der Bekämpfung von Nestern im Deckenbereich Schutzkleidung zu tragen ist. Durch die Aufnahme von Nahrungsmittelresten können zudem Lebensmittel verunreinigt werden.

Gefahrenabschätzung

Die Rotkopfameise legt im Mittelmeerraum unter anderem Nester in der Rinde von Korkeichen an und kann auf Plantagen zu wirtschaftlichen Schäden führen. In kühleren Gebieten kann sie auch im Gebälk von Dachstühlen vorkommen und ähnliche Schäden an Baumaterial (Holz, Isolierung) hervorrufen wie ein Befall mit der Braunen Wegameise oder der Schwarzglänzenden Holzameise. Liegt ein Befall von verbauten Holzteilen mit Rotkopfameisen im Haus vor, sollten sie daher bekämpft werden. Unabhängig von der Bekämpfung empfiehlt sich bei einem Befall die Einschaltung eines Bausachverständigen.

Befallsvorbeugende und Bekämpfungsmaßnahmen

Vorsorgemaßnahmen

 Vorsorge ist die wirksamste, chemiefreie Maßnahme gegen eine Einwanderung von Ameisen ins Haus und deren Etablierung. Viele der genannten Maßnahmen halten auch andere Schädlinge fern:Um das Eindringen von Ameisen in die Wohnung und das Einnisten zu vermeiden: 

  • Kontrollieren Sie Lieferungen von Holz, Obst und Kork.
  • Nach Reisen sollten Sie ihr Gepäck kontrollieren.

Empfehlenswert ist eine regelmäßige Kontrolle verbauter Hölzer (Dachstuhl, Bodendielen). Vorgeschädigte und feuchte Hölzer sind zu entfernen und die Feuchtigkeits-Quelle zu beseitigen.

Befallsabschätzung

Visuell: Das Suchen von Indizien ist oft der schnellste Weg, um einen Befall zu identifizieren. Herumliegende Späne, Holzstaub, Ameisenstraßen und schwärmende Ameisen können einen Befall anzeigen.

Bekämpfungsmaßnahmen 

Bei Verdacht auf Holzameisen muss ein Experte zu Rate gezogen werden. Liegt ein Befall mit Holz zerstörenden Ameisen vor, sind ein sachkundiger Schädlingsbekämpfer und ein Bausachverständiger unerlässlich, da es zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz kommen kann. Hat sich bereits eine Ameisenkolonie angesiedelt, ist die Bekämpfung unabhängig von der Bekämpfungsart eine große Herausforderung. Außerhalb des Nestes trifft man in der Regel nur die Arbeiterinnen an. Das eigentliche Ziel von Bekämpfungsaktionen sind immer die Königinnen. Diese halten sich jedoch in den am besten geschützten Nestbereichen auf und sind – auch mit chemischen Methoden wie Kontaktgiften und Fraßködern - nur schwer zu erreichen. Ein Befall mit Holz schädigenden Ameisen kann professionell mit Heißluft oder mit Kälte (flüssigem Stickstoff) bekämpft werden, so dass vollständig auf biozidhaltige Holzschutzmittel verzichtet werden kann. Verschiedene Anbieter bieten das Heißluftverfahren, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel, an: RAL-UZ 57. Fragen Sie gezielt nach diesen nicht-chemischen Alternativmethoden. Sind Bauteile, die der Stabilität dienen, befallen, so ist ein Austausch der befallenen Hölzer notwendig.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Ameisen können professionell mit Heißluft oder mit Kälte (flüssigem Stickstoff) bekämpft werden.

 

 

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