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Abortfliege

Psychoda phalaenoides
Schmetterlingsmücke
© André Mégroz / www.insects.ch

Aussehen

Die Abortfliege (auch Herzmücke, Gullyfliege) ist ein Insekt aus der Familie der Schmetterlingsmücken/Mottenmücken (Psychodidae), Unterordnung der Mücken (Nematocera), Ordnung der Zweiflügler (Diptera).

Die braune Abortfliege ist etwa 1,5 bis 2,5 Millimeter lang. Der dunklere Rand der Flügel ist behaart und hat eine Linie von regelmäßig gesetzten weißen Punkten. Auf den Flügeln sind zwei schwarze Punkte. Die Weibchen sind in der Regel unauffälliger.

Durch ihre breiten Flügel ähneln sie besonders in Ruheposition einem Schmetterling, deshalb werden sie auch Schmetterlingsfliege oder –mücke genannt.

Die Larven werden etwa 4 Millimeter lang und haben eine deutliche Kopfkapsel.

Lebensraum / Vorkommen

In Deutschland sind etwa 110 Arten der Schmetterlingsmücke bekannt.

Abortfliegen halten sich gern in der Nähe verschmutzen Wassers auf (Jauchegruben, Gullys, Kläranlagen). Sie werden z.B. von verstopften Abflussrohren oder Abwasseröffnungen angelockt und gelangen so auch in Wohnungen, wo sie sich dann auch an den Zimmerwänden aufhalten. Aufgrund ihrer Kleinheit genügen sehr kleine Öffnungen, durch die die Fliegen ins Haus eindringen.

In der Natur leben sie im Waldboden. Sie werden von Pilzen angezogen und befallen somit auch Kot, Pferdeäpfel, Tierleichen u.ä..

Verhalten

Die Abortfliege kann schlecht fliegen und lässt sich vom Wind mitnehmen, kann aber ihr Ziel gut ansteuern. Sie legt ihre Eier in der Nähe kleiner schmutziger und flacher Wasseransammlungen ab. Dabei wird sie vom Geruch nach Kot und Urin angelockt. Die Larven entwickeln sich dann im Wasser, so z.B. in Kläranlagen und Jauchegruben. Die Pflanze Aronstab verströmt einen vergleichbaren Geruch und wird deshalb häufig von Abortfliegen-Weibchen angelockt. Die Larven entwickeln sich dann in den Blüten.

Abortfliegen stechen nicht.

Ernährung / Wachstumsbedingungen

Erwachsene Schmetterlingsmücken ernähren sich von Nektar oder Pflanzensäften bzw. nehmen gar keine Nahrung auf. Die Larven ernähren sich vom fauligen organischen Substrat, in dem sie sich entwickeln.

Fortpflanzung

Die Insekten entwickeln sich aus den abgelegten Eiern über mehrere Larvenstadien bis zur Verpuppung in schmutzigem Abwasser, Kot, Pferdeäpfeln u.ä. zur erwachsenen Fliege.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Abortfliegen können nicht stechen, aber mit ihrem stark behaarten Körper Krankheitserreger aus ihrem Biotop übertragen. Bei Kontakt mit Lebensmitteln können sie deshalb gesundheitsgefährdend sein. Ihr oft massenhaftes Auftreten erregt bei vielen Menschen Ekelgefühle.

Einige in den Tropen und Subtropen vorkommende Arten aus der Unterfamilie der Sandmücken, die an Wirbeltieren Blut saugen, sind als Überträger von verschiedenen Infektionskrankheiten wie z.B. der Orientbeule gefürchtet.

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Um einen Befall von vornherein zu verhindern, müssen den Abortfliegen die Möglichkeiten zur Eiablage und zur Entwicklung der Larven genommen werden. Dies geschieht am besten dadurch, dass Wasserrohre, Siphons, Gullys und andere Bodenabläufe regelmäßig gesäubert und offene Abwässer vermieden werden. Um andere Mücken an der Eiablage zu hindern, sollten offene Wasserbehälter generell vermieden werden.

Bei einem Befall hilft nur ein Absaugen der Abortfliegen. Der Einsatz von Insektiziden ist in der Regel nicht notwendig. Bei wiederholtem Befall sollte eine professionelle Schädlingsbekämpfung eingeschaltet werden, damit wirklich alle Schlupflöcher gestopft werden.