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Schutzmittel für Mauerwerk

Mauerschutz
© H.-J. Spindler / pixelio.de

Materialspezifizierung

Diese Produkte werden zum Schutz und zur Sanierung von Mauerwerk oder anderen Baumaterialien außer Holz gegen den Befall durch Schadmikroorganismen und Algen eingesetzt.

Allgemeine Informationen

Biozid-Produkte zum Schutz des Mauerwerks werden gegen das Wachstum von Schadorganismen wie Bakterien, Pilze und Algen auf Baumaterialien wie z.B. Beton, (Back-)steinen, Ziegel, Mörtel und Putz eingesetzt. Unterschieden werden Schutzmittel, die vorbeugend gegen den Aufwuchs von Organismen eingesetzt werden und Reinigungsmittel zum Entfernen vorhandener Beläge z.B. auf Fassaden, Dächern, Terrassen, Wegen und Grabsteinen. Obwohl die Hauptanwendung im Außenbereich liegt, werden Bautenschutzmittel auch im Innenbereich sowohl vorbeugend als auch für Reinigungszwecke eingesetzt. Unter den vorbeugend eingesetzten Mitteln können solche, die während der Herstellung der Baustoffe eingebracht werden von solchen, die zusammen mit Imprägniermitteln eingebracht werden, unterschieden werden.
Ein mikrobieller Bewuchs mit Algen und / oder Pilzen auf Mauern und Fassaden, der zu einer grau bis grünlichen Verfärbung führt, stellt in erster Linie ein ästhetisches Problem dar. Normalerweise wird eine intakte Fassade durch mikrobiellen Aufwuchs nicht geschädigt. Ältere poröse Fassaden können dagegen schwachen Lösungsprozessen unterworfen werden durch die Abgabe saurer Stoffwechselprodukte der sie besiedelnden Organismen, so dass sich eine Schädigung nicht vollständig ausschließen lässt.
Die mikrobielle Besiedlung von Fassaden hängt in erster Linie von der Befeuchtungsstärke und –dauer, vom Licht- (Algen) und Nährstoffangebot (Pilze) ab. Hier spielen häufig bauliche Unzulänglichkeiten wie fehlende Dachüberstände, die die Befeuchtung begünstigen, die entscheidende Rolle. Bäume und Sträucher in unmittelbarer Gebäudenähe wirken ebenfalls fördernd auf den Bewuchs. Auch der zunehmenden Wärmedämmung von Fassaden, die durch nächtliche Abkühlung der Oberflächen die Tauwasserbildung fördern, kommt eine wesentliche Rolle zu.
Die Anwendung der Schutzmittel erfolgt überwiegend professionell. Häufig sind die eingesetzten Materialen (Putz, Fugenmassen, Außenfarben) dabei Bestandteil sogenannter Wärmedämm-Verbundsysteme. Es werden jedoch auch Konservierungsmittelkonzentrate für den Privatbereich in Baumärkten verkauft, um beispielsweise Fugenmasse, Putz oder Mörtel in Nassbereichen vor Schimmelbefall zu schützen. Reinigungsmittel werden sowohl gewerblich als auch privat eingesetzt. Die Anwendung erfolgt als Spray, durch Streichen, Rollen oder auch über Hochdruckreiniger. Im Privatbereich werden solche Reiniger unter den Namen Algen-, Moos- und Schimmelvernichter, Terrassenreiniger vermarktet.
Trotzdem wird die grundsätzliche prophylaktische Ausrüstung von Fassadenfarben und Putzen mit bioziden Wirkstoffen als nicht sehr sinnvoll angesehen. Solche Biozide müssen sich durch eine gewisse Wasserlöslichkeit auszeichnen, damit sie für die Organismen verfügbar sind. Diese Eigenschaft führt jedoch auch dazu, dass die Substanzen mehr oder weniger schnell aus den Oberflächen ausgewaschen werden und einen vermeidbaren Eintrag in Boden und Wasser darstellen.

Alternative Maßnahmen

Wärmedämmverbundsysteme können auch ohne Biozide auskommen. Hinweise dazu gibt der Blaue Engel für Wärmedämmverbundsysteme (weitere Informationen).

Einen großen Einfluss auf den Bewuchs von Fassadenoberflächen mit Algen und Mikroorganismen hat die Struktur der Oberfläche. Rauhe Oberflächen speichern mehr Feuchtigkeit und Schmutzpartikel, die die Grundlage einer Besiedlung bilden, als glatte Oberflächen. Auch die geografische Ausrichtung der Gebäude in Verbindung mit der Konstruktion (z.B. Dachüberstände) hat einen großen Einfluss, so dass durch Beachtung dieser Grundlagen bereits bei der Gebäudeplanung entsprechende prophylaktische Maßnahmen getroffen werden können.
Eine weitere Möglichkeit wird in der Beeinflussung des Energiehaushaltes der Fassadenoberfläche gesehen. So müsste die Wärmespeicherkapazität der äußeren Fassadenhülle erhöht werden, damit während der nächtlichen Abstrahlungsphase genügend Wärme nachgeliefert werden kann, um eine Taupunktunterschreitung und damit Kondenswasserbildung zu vermeiden. Dies kann z.B. durch das Einbringen von Latentwärmespeichern oder PCM-Stoffen (Phase Change Material) erfolgen. Letzteres ist eine vielversprechende Möglichkeit, bei der Wärme durch Phasenübergänge von fest zu flüssig gespeichert bzw. wieder abgegeben wird.
Die Selbstreinigung von Fassaden ist ebenfalls eine Methode, die derzeit noch in Entwicklung ist. Durch Aufbringen von Oberflächenbeschichtungen, die mit dem sogenannten "Lotus-Effekt" ausgestattet sind, wird das Anhaften von Schmutz wie auch von Algen und Mikroorganismen unterbunden. Ein vergleichbarer Effekt wird durch die Abkreidung eines Kalkputzes erreicht.

Weitere Informationen: