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Beschichtungsschutzmittel

© lichtkunst.73 / pixelio.de

Materialspezifizierung

Beschichtungsschutzmittel werden zum Schutz von Beschichtungen oder Überzügen gegen mikrobielle Zersetzung eingesetzt. So helfen sie die ursprünglichen Oberflächeneigenschaften von Stoffen und Gegenständen zu erhalten. Beschichtungsmittel finden Verwendung in Farben, Dichtungs- und Klebkitten, Bindemitteln, und Einbänden als auch bei Kunststoffen, Papieren und künstlerischen Werken.

Zielorganismen

Filmkonservierung (Beschichtungsschutz) soll verhindern, dass Pilze und Algen Oberflächenbeschichtungen befallen und deren Eigenschaften (Änderung von Farbe, Geruch und/oder physikalischer Form, chemische Zersetzung, Wasserdurchlässigkeit) nachteilig verändern.

Vorbeugende Maßnahmen

Zur Minimierung des Biozideinsatzes sind vorbeugende Maßnahmen von entscheidender Bedeutung. Für die zu behandelnden Oberflächen sollten Bedingungen erreicht werden, die einem Befall mit Pilzen oder Bakterien entgegenwirken. So können z.B. geeignete bauliche Maßnahmen den Bedarf an Bioziden gegen Schimmelbildung (z.B. in Badezimmern) erheblich reduzieren bzw. überflüssig machen.

Alternative Maßnahmen

Entsprechend den Bedingungen des Umweltzeichens „Blauer Engel“ für Wandfarben und Bodenklebstoffe stellen Produkte mit diesem Zeichen biozidfreie Alternativen dar. Dazu gehören

  • die Auswahl der Baumaterialien (Oberflächen innen diffussionsoffen zur Feuchtigkeitsregulierung, außen nicht zu rau wegen der leichteren Besiedelung großer Oberflächen durch Mikroorganismen)
  • Baumaßnahmen nach dem Stand der Technik (z.B. die geeignete Positionierung von Dachfenstern in der Mauer, Dachüberstände zum Schutz der Außenwände)
  • geeignete Belüftungsmöglichkeiten (z.B. sollten Fensterbretter nicht so angebracht werden, dass sie die Luftzirkulation unterbinden).

Produktuntergruppen

Filmkonservierungsmittel werden in folgenden Materialien und Produkten eingesetzt:

  • Farben und Lacke
  • Kunststoffe
  • Dichtungsmassen, Füllstoffe, Klebstoffe und andere Werkstoffe.

Typische Wirkstoffe

Zu den umstrittenen Inhaltsstoffen zählen u.a. halogenorganische Verbindungen, Zinkpyrithion, Isothiazolinone und Jodpropinyl-N-butylcarbamat (IPBC).

Wirkungsweise

Kunststoffe können u.a. in folgenden Produkten biozid ausgerüstet sein: Folien und Planen (aus PVC), Schwimmbadzubehör (Möbel), Bootszubehör, Badezimmerprodukte (Sicherheitsmatten, Duschvorhänge), Küchenutensilien (Mülleimer). Vielfältige Produkte (Badematten, Badesandalen, Kühlschränke, Kindersitze, Drucker, Staubsaugerfilter) werden mit den Worten „antibakteriell beschichtet“ ausgelobt, ohne dass aus den Produktinformationen die Art der Beschichtung hervorgeht.

Umweltrisiken

Isothiazolinone weisen eine hohe aquatische Toxizität auf.

Gesundheitsrisiken

Einige Isothiazolinone können bei Menschen durch direkten Kontakt oder über die Luft eine Sensibilisierung der Haut herbeiführen.

Entsorgung

Entsorgen Sie sämtliche Materialien vorschriftsmäßig. Ausgetrocknete und leere Gebinde zum Recycling geben, hart gewordene Pinsel und Roller in den Hausmüll (kommunales Recht beachten). Flüssige Reste sind als Sondermüll in den Sammelstellen zu entsorgen. Nicht in die Kanalisation, Gewässer oder Erdreich gelangen lassen.

Gesetzliche Einschränkungen

Gesetzliche Vorgaben für Filmkonservierungsmittel außerhalb der Biozidgesetzgebung sind nicht bekannt.

Informationen zu Labeln

Wandfarben und Bodenklebstoffe mit dem RAL-Umweltzeichen „Blauer Engel“ dürfen lediglich Topfkonservierungsstoffe aus einer vorgegebenen Liste bis zur angegebenen Konzentrationsgrenze beinhalten. Filmkonservierung ist nicht zulässig. Auch andere Prüfzeichen schreiben den Verzicht auf Filmkonservierungsmittel vor, so z.B. das Qualitätszeichen von Natureplus e.V., das Vorgaben für Innenwandfarben auf pflanzlicher Basis macht.