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Klärschlammentsorgung in der Bundesrepublik Deutschland

Am 03.10.2017 trat die novellierte Klärschlammverordnung in Kraft. Demnach dürfen Kläranlagen mit über 100.000 bzw. 50.000 Einwohnerwerten Klärschlamm nur noch bis 2029 bzw. 2032 bodenbezogen verwerten. Danach sind Klärschlämme mit mindestens 20 g Phosphor/kg sowie Klärschlammverbrennungsaschen einer Phosphorrückgewinnung zu unterziehen. Schon heute wird der überwiegende Teil der ca. 1,8 Mio. Tonnen kommunaler Klärschlämme nicht mehr landwirtschaftlich eingesetzt, sondern thermisch in Mono- und Mitverbrennungsanlagen behandelt. Die vorliegende Broschüre fasst den aktuellen Stand der Klärschlammentsorgung in Deutschland zusammen und zeigt Möglichkeiten für deren nachhaltige Verwertung auf.

Im Kapitel „Organische Verbindungen im Klärschlamm“ wird auch auf Verunreinigungen u.a. durch Biozide eingegangen. Genannt werden organische Chemikalien aus Haushalten und Ge­werben, darunter Putz- und Reinigungsmittel, Körperpflegeprodukte, Heim­werkerchemikalien, Holzschutzmittel, Oberflächenbeschichtungen und Biozide in Bauprodukten.

In der Veröffentlichung noch nicht erfasst sind allerdings neuartige mit Bioziden behandelte Konsumgüter wie z.B. mit Nanosilber behandelte Funktionswäsche. Durch die wiederholten Waschvorgänge landet ein nicht unerheblicher Teil der Biozide im Abwasser und später im Klärschlamm.

(UBA, 25.04.2018)