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Antifouling biocides in German coastal and inland waters – How reliable are exposure prognoses of EU-scenario models for marinas?

The German Environment Agency has newly published a translation of an older original project report from 2015 (in German “Sicherung der Verlässlichkeit der Antifouling-Expositionsschätzungen im Rahmen des EU-Biozid-Zulassungsverfahrens auf Basis der aktuellen Situation in deutschen Binnengewässern für die Verwendungsphase im Bereich Sportboothäfen”). Both versions are available as downloads on the website.

Reliable data on the inventory of leisure boats and marinas with their amounts of berths have to be used in the framework of the EU biocidal products regulation. For Germany, such area wide data were lacking so far. A comprehensive survey was initiated and funded by the German Federal Environment Agency (UFOPLAN 2011, FKZ 3711 67 432) in order to quantify the amount of leisure boats in marinas and other locations in both inland and inshore waters. The census of the number of leisure boats at their berths in German waters revealed a total of 206,279, of which 146,425 (71 %) boats were located in freshwater, 54,079 (26.2 %) boats in brackish waters (salinity <18 %), and 5,775 (2,8 %) boats in marine waters. The structure and characteristics of freshwater harbours were quite heterogeneous. Areas of high density of leisure boats were identified at the western Baltic Sea coast, the Lower Elbe around Hamburg, the Mecklenburg Lake District, Berlin with its surrounding waters, and Lake Con-stance with further pre-alpine lakes.

In the second work package, water concentrations of currently used antifouling biocides and some of their specific breakdown products were screened in 50 selected marinas in order to demonstrate the variety of antifouling active substances occurring in German leisure boat harbours.

Finally, in a third work package, measured antifouling concentrations in selected marinas were com-pared with those calculated using the MAMPEC model. With emphasis on freshwater sites, the reliability of MAMPEC turned out to be restricted in view of the actual antifouling exposure in German leisure boat harbours.

German Version

Um modellbasierte Prognosen von Antifouling-Wirkstoffeinträgen durch Sportboote durchzuführen, müssen im Rahmen der EU-Biozidproduktzulassung belastbare Daten zum Bestand von Sportbooten und Häfen mit ihren Liegeplätzen vorliegen. Für Deutschland waren bisher solche repräsentativen Daten nicht verfügbar. Vor dieser Ausgangslage initiierte und förderte das Umweltbundesamt eine um-fassende Studie (UFOPLAN 2011, FKZ 3711 67 432), um den Bestand an Liegeplätzen für Sportboote in Marinas und kleineren Häfen im Binnen- und Küstenbereich zu erfassen. Die bundesweite Bestands-aufnahme der Liegeplätze ergab eine Gesamtanzahl von 206,279 von denen sich 146,425 (71 %) im Süßwasser, 54,079 (26.2 %) im Brackwasser (Salinität < 18%) und 5,775 (2.8%) im Salzwasser befanden. Die Charakteristika und Formen der Sportboothäfen im Süßwasser waren sehr heterogen und entsprachen nicht dem klassischen Schema von offenen und geschlossenen Häfen. Die Anzahl der Boote an den Liegeplätzen variierte sehr stark in Abhängigkeit vom Revier und der Sportbootsaison. Als Gebiet mit hohen Liegeplatzzahlen erwiesen sich die Ostseeküste, die Unterelbe ab Hamburg, die Mecklenburger Seenplatte, die Gewässer in und um Berlin und der Bodensee mit weiteren Voralpenseen.

In einem weiteren Arbeitsschritt wurden in 50 repräsentativen Sportboothäfen Wasserproben gezogen und auf die aktuell erlaubten Antifoulingbiozide und deren Abbauprodukte analysiert, um das Vor-kommen von Antifoulingbioziden in der Wasserphase von Sportboothäfen im Küsten- und Binnenbereich zu dokumentieren.

Im dritten Schritt wurden die gemessenen Konzentrationen mit denen verglichen, die mittels der Computermodellierung mit MAMPEC errechnet wurden. Es stellte sich heraus, dass das MAMPEC-Modell im Gegensatz zu Küstenhäfen für Süßwasserhäfen nur bedingt zuverlässig ist.

(UBA Webseite, 27.9.2017)